Weihnachtsbräuche in anderen Ländern

Krippe
Krippen gehören in Deutschland zu Weihnachten dazu.

Selbst hierzulande kommt es manchmal zu Verwirrungen: Bringt jetzt der Weihnachtsmann die Geschenke oder das Christkind? Tatsächlich ist die Geschichte ein wenig kompliziert. Martin Luther lehnte als Reformator katholische Heiligenfiguren wie den Nikolaus ab und entschied, der Heilige Christ, also ein Christkind sollte die Geschenke bringen. Im Laufe der Zeit machten sich jedoch vor allem katholische Regionen im Süden und Westen Deutschlands das Christkind zu eigen. Im Norden hingegen wurde der Nikolaus immer populärer und schließlich – auch ein wenig beeinflusst durch den amerikanischen Santa Claus – in Form des Weihnachtsmannes im roten Mantel als Gabenbringer etabliert.

Doch der Verwirrung nicht genug. Außerhalb Deutschlands sieht das mit dem Weihnachtsbrauch wieder ganz anders aus. Wie man Weihnachten in Frankreich, Australien und dn USA feiert, haben wir euch ja bereits in unserem Magazin gezeigt, heute, drei Tage vom Heilig Abend, haben wir euch noch ein paar skurrilen Beispiele zusammengesucht.

SpanienLotterie und Heilige Drei Könige in Spanien

Von wegen besinnlich … In Spanien dreht sich in kurz vor den Feiertagen alles um die große Weihnachtslotterie. Sie findet am 22. Dezember statt und ist ein echtes Mega-Ereignis. Im Jahr 1812 eingeführt, ist die Sorteo de Navidad inzwischen die größte Lotterie der Welt mit weit über 2 Milliarden Euro Gewinnausschüttung. Wer den Hauptpreis, den El Gordo, übersetzt „Der Dicke“, gezogen hat, bekommt 4 Millionen Euro. Nach all der Aufregung geht es an Heilig Abend dann ruhiger zu. Die Familie isst zusammen und geht in die Christmette, Geschenke gibt es normalerweise nicht. Die bringen erst die Heiligen Drei Könige am 6. Januar. Damit wird daran erinnert, wie die Könige das Christkind in Bethlehem beschenkten.

UKSocken in England

Die Briten lieben es, ihre Häuser zu Weihnachten mit Luftschlangen und bunten Scherzartikeln zu dekorieren, fast ein wenig, wie im Fasching. Tröten und Hütchen schmücken auch die Tafel zum Festessen am 24. Dezember. Als Dessert wird häufig Plumpudding serviert, eine Art mächtiger Kuchen aus Nüssen und Rosinen. Darin ist eine Münze eingebacken und wer sie findet, kann sich auf finanziellen Erfolg freuen. Bevor später alle gut gesättigt ins Bett gehen, wird im Wohnzimmer ein Seil gespannt, an das jeder einen Socken hängt. Nachts kommt dann Father Christmas, wie der Weihnachtsmann in England genannt wird, und füllt die Strümpfe mit Geschenken.

JapanDating in Japan

Obwohl es in Japan nur wenige Christen gibt und an Weihnachten ganz normal gearbeitet wird, ist inzwischen auch hier die Version des amerikanischen Weihnachtsmannes, der Santa Claus angekommen. Die Häuser werden nach westlicher Manier geschmückt und es gibt Geschenke. Doch statt mit der Familie verbringen viele Japaner Weihnachten vor allem mit Freunden auf Partys, Singles nutzen die Gelegenheit, jemanden kennenzulernen. Verliebte Pärchen gehen in Restaurants zu einem Candle-Light-Dinner oder sie machen sich bei einem Spaziergang romantische Geschenke. Da der christliche Hintergrund in der japanischen Kultur kaum eine Rolle spielt, ist Weihnachten in diesen Breitengraden eher eine willkommene Gelegenheit, einen besonderen Abend zu verbringen und sein ganz persönliches Christkind zu finden. Der Weihnachtsmann dient hier eher der Deko.

ChinaGeklauter Feiertag in China

In China gibt es offiziell gar kein Weihnachten. Den dort lebenden Christen kam jedoch der Zufall zu Hilfe, dass der 25. Dezember der Gedenktag für die Verfassung der VR China von 1947 ist. Der Feiertag wurde von ihnen kurzerhand umfunktioniert und für die Feierlichkeiten zu Christi Geburt genutzt. Später wurde der freie Tag zum Leidwesen der Christen und vieler anderer jedoch wieder abgeschafft, um die Arbeitszeit nicht zu verlieren. Das inoffizielle Weihnachten konnte damit allerdings nicht verhindert werden und findet in christlichen Familien bis heute statt.

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