Familienurlaub frühbuchen – Werbestrategie der Reiseveranstalter oder sinnvoll?

Fruehbuchen

Pünktlich seit Jahresbeginn sind Prospekte und Reiseportale wieder voll mit marktschreierischen Angeboten: Frühbucher sparen bis zu 40% und mehr! Gerade für Familien mit Kindern scheinen solche Rabatte reizvoll, doch was ist tatsächlich dran an den großartigen Versprechungen?

Zuerst einmal lohnt es sich, das Angebot sehr genau durchzulesen. Heißt es etwa, für 305 Euro eine Woche nach Mallorca, stellt sich beim nächsten Klick schon heraus, dass der Abflug nur an einem einzigen Tag möglich ist und der liegt selbstverständlich außerhalb der Schulferien. Auch der Abflugort ist nicht frei bestimmbar. Brüssel hilft mir nicht viel, wenn ich in München wohne. Des Weiteren stehen bei Billigbuchungen selten Zimmer mit Meerblick zur Verfügung und oft ist nur das Frühstück inklusive. Das vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich gerne als mäßig günstiger Urlaub mit einem Haufen ungeplanter Zusatzkosten, wie Gebühren für Gepäckstücke oder Flughafentransfer.

Trotzdem lässt sich mit etwas Geduld Geld sparen. Macht sich der Urlauber die Mühe, die Angebote verschiedener Reiseveranstalter zu vergleichen, kann er durchaus fündig werden. Reisedaten, Abflugorte und Konditionen variieren oft und manchmal kommt ein und dieselbe Reise ohne Rabatt auch nicht teurer, bietet dafür aber mehr Flexibilität bei der Buchung. Manchmal lohnt es auch, direkt beim Hotel anzufragen.

Einige Vorteile des Frühbuchens sind nicht von der Hand zu weisen:

  • Gerade für Familien ist es wichtig, Ziel und Reisezeit sicher planen zu können.
  • Hotels (besonders die bei Familien beliebten mit großem Aquapark) sind für die Zeit der Schulferien schnell ausgebucht, beim Frühbuchen gibt es noch eine große Auswahl.
  • Gleiches gilt für Flüge.
  • Garantierte Frühbucherrabatte und Kinderfestpreise können das Budget durchaus schonen.

Die Nachteile:

  • Weit im Voraus zu planen ist riskant, weil sich Veränderungen wie z.B. Krankheit oder finanzielle Probleme nicht ausschließen lassen.
  • Auch Veränderungen im Urlaubsland, wir erinnern uns an den Arabischen Frühling, können die Reisepläne zunichte machen, ohne dass eine Entschädigung gezahlt werden muss.

Fazit:

Lässt sich der Kunde von übertriebenen Rabattangeboten nicht blenden, ist Frühbuchen gerade für Familien lohnenswert. Grund ist nicht nur die finanzielle Ersparnis, sondern vor allem die größere Freiheit in der Reiseplanung. Ein Test des Magazins „Clever Reisen!“ aus dem Jahr 2012 hat übrigens ergeben, dass sich die Ersparnisse bei Frühbuchern und Last-Minute-Reisenden in etwa die Waage halten. Und laut Experten sollten Flüge lieber früh als zu spät gebucht werden, denn Airlines starten in der Regel mit dem günstigsten Angebot und heben dann bei normaler Nachfrage den Preis stufenweise an. Und wer dann noch eine Reiserücktrittsversicherung abschließt, kann sich ganz beruhigt ein halbes Jahr vorfreuen.

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