Die Minions sind los – einem Phänomen auf der Spur

Gelb! Mehr müsste ich wahrscheinlich nicht schreiben und es wüsste trotzdem jeder, worum es geht. Die kleinen Pillen auf Beinchen sind seit Wochen allgegenwärtig und werden von Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen geliebt. Die Minions. Ähnlich einer gelben Flutwelle überschwemmen sie unseren Alltag – ob wir wollen oder nicht. Mancherorts schlägt die Liebe angesichts dieser Übermacht bereits in Hass um. Wie konnte es soweit kommen?

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Was haben Stuart, Kevin & Co. nur an sich?

Eigentlich waren die kleinen, recht einfachen Comicfiguren nur Nebendarsteller in dem Film „Ich – Einfach unverbesserlich“, den Universal im Jahr 2010 in die Kinos brachte, 2013 kam die Fortsetzung. Die kleinen, gelben Wesen, immer auf der Suche nach dem größten Bösewicht, um diesem zu dienen, wurden schnell zu den heimlichen Stars der Filme und gleichzeitig zu einer unglaublichen Gelddruckmaschine.

Nur einer der unzähligen Minions-Merchandise-Artikel
Nur einer der unzähligen Minions-Merchandise-Artikel

Universal startete die angeblich größte Marketingkampagne ihrer Firmengeschichte. Über 700 Artikel zeigen in irgendeiner Form die Minons, darunter Produkte von Mc Donalds, Haribo, Bahlsen, Zewa und (gelb!) Chiquita-Bananen. Niemand will sich den großen Reibach entgehen lassen. Und es funktioniert. Seit ein paar Wochen spülen die Minions in ihrem ganz eigenen Spielfilm Millionen in die Kinokassen.

Die drei Hauptfiguren von „Minions“, so der Titel des Films, sind Kevin, Stuart und Bob. Knuffig und tollpatschig wie eh und je suchen sie nach einem Schurken, der ihrem Leben einen Sinn geben soll. „Minions“ ist faktisch die Vorgeschichte zu den anderen beiden Filmen. Aber die Handlung ist ohnehin zweitrangig. Die ungeahnten Sympathien für die gelben Zwerge haben ziemlich sicher andere Gründe.

2015 ist DAS Jahr der Minions
2015 ist DAS Jahr der Minions

Zum einen sind sie natürlich irgendwie niedlich, wie sie so durch die Gegend hopsen und ihnen ein Missgeschick nach dem anderen widerfährt. Dazu kommt ihre eigene Sprache, die lustig und tatsächlich faszinierend zugleich ist. Zum anderen haben die Minions im Gegensatz zu anderen Comic-Helden wie Spiderman oder Asterix und Obelix kein sehr ausgeprägtes Profil und sind deshalb die perfekte Projektionsfläche für unsere eigenen Vorstellungen. Minions passen in jede Gesellschaftsschicht, zu jedem Alter und zu jeder Randgruppe.

Und last but not least: die Minions sind extrem kompatibel mit dem Internet. Egal, ob auf facebook, in Blogs, auf Twitter oder Youtube – Minions lassen sich ähnlich den universellen Emojis einsetzen. Kombiniert mit anderen Figuren, Texten oder Bildern geistern sie millionenfach im Netz herum – das ultimative Meme und ein Traum jedes Marketingexperten.

Doch gerade das massenhafte, allgegenwärtige Auftreten der Minions schadet ihnen inzwischen auch. Von Gelbsucht ist die Rede, von nervenden Grinseköpfen, es formieren sich facebook-Gruppen unter „I Hate Minions“ und bei Reddit tauschen sich Leidensgenossen unter „MinionHate“ aus. Selbst der Erfinder der Minions, Pierre Coffin, fürchtet laut einem Interview, sie seien vielleicht ein bisschen zu weit gegangen.

Egal, die Fans sind noch in der Überzahl und der Rubel rollt. Der dritte Teil von „Ich – Einfach unverbesserlich“ soll im Jahr 2017 in Kinos kommen.

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