Wie viel Spielzeug brauchen Kinder wirklich?

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Nicht nur zu Weihnachten oder Geburtstagen werden die meisten Kinder überhäuft mit neuen Spielsachen. Ob die Eiskönigin-Puppe oder der neueste Lego-Doppelrotor-Hubschrauber – die Wünsche der Kleinen sind vielen Eltern und Großeltern Befehl. Dabei quillt das Kinderzimmer schon über vor lauter Plüschtieren, Puppen und halbfertigen Bausätzen. Und unweigerlich stellt sich die Frage: wie viel Spielzeug ist eigentlich sinnvoll?

Natürlich freuen sich Kinder über jedes Geschenk, weshalb es ja auch so viel Spaß macht, den Kids etwas Nettes mitzubringen, mal so zwischendurch oder zu besonderen Anlässen. Meistens währt das Interesse der Knirpse jedoch nicht sehr lange und das neue Teil verstaubt neben den vielen anderen im Regal. Deshalb gilt als erster Tipp, die Auswahl des neuen Spielzeugs sorgfältig zu prüfen:

  • Wie kann der momentane Entwicklungsstand des Kindes unterstützt werden? Sitzt es viel am Tisch und bastelt oder tobt es lieber draußen herum?
  • Was sind seine Interessen? Sieht es gerne Bilderbücher an oder spielt es gerade Mutter-Vater-Kind? Hat es besondere Fähigkeiten, z.B. Musizieren oder liebt es Fußball?
  • Hat das Kind bereits Spielsachen, die ergänzt werden können, z.B. Playmobil oder Lego?

Wenn Ihr diese Fragen beantwortet habt, ist der mögliche Themenbereich schon sehr viel kleiner geworden und die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich euer Kind länger als ein paar Minuten mit dem neuen Geschenk beschäftigt. Wichtig ist auch die Qualität der Spielsachen:

  • Geht das neue Spielzeug schnell kaputt oder funktioniert nicht mehr, ist der Frust auf allen Seiten groß.
  • Handelt es sich um hochwertige Ware, könnt ihr die Sachen später gut verkaufen oder vererben. Das schafft Platz!
Nur hochwertiges Spielzeug bekommt ihr später wieder los!
Nur hochwertiges Spielzeug bekommt ihr später wieder los!

Und schließlich gilt es, konsequent zu bleiben und auch mal Nein zu sagen. Ob an der Supermarktkasse beim Überraschungs-Ei oder bei manchen Geschenkewünschen:

  • Gibt es schon Lego im Kinderzimmer, muss nicht auch noch Playmobil dazu kommen. Die ständigen Ergänzungen gehen ins Geld und machen das Zimmer noch voller.
  • Die Minion-Figur, der Eiskönigin-Teller oder das Star Trek-Sammelkartenspiel sind zwar in den Augen der Kids lebenswichtig, verlieren aber auch genauso schnell wieder an Bedeutung, sobald der Hype vorüber ist.
  • Spielzeugbeigaben bei Lebensmitteln sind ein beliebter Versuch, junge Kunden zu gewinnen, landen aber am Ende ungeliebt auf dem Fußboden oder unterm Bett.
  • Plüschtiere sind süß, es können aber nicht alle 37 gleich innig geliebt werden. Besser sind ein paar besondere Lieblingstiere.

Freunde und Verwandte, die gerne ein kleines Präsent mitbringen möchten, können sich vielleicht auf Dinge verlegen, die aufgebraucht werden, z.B. Seifenblasen, oder ein lustiges Kinder-Schaumbad. Das bringt Freude, nimmt aber keinen Platz weg.

Einfach mal machen lassen!
Einfach mal machen lassen!

Übrigens: Kinder können sich sehr gut alleine und mit ganz wenigen Mittel beschäftigen, sofern sie es nicht durch ein Übermaß an Spielsachen und Dauerbespaßung durch Erwachsene verlernt haben. Die Welt zu erkunden ist eine sehr spannende Angelegenheit und wenn euer Liebling mal eine gefühlte Ewigkeit nichts anderes tut, als reglos die kleine Spinne am Fenster zu beobachten, dann lasst ihn und freut euch. Anreize gibt es drinnen und draußen mehr als genug, sofern sie nicht in einem Chaos von Spielzeug untergehen.

Ist das Zimmer eures Kindes eindeutig zu voll, nehmt euch die Zeit und mistet gemeinsam aus. Bunte Kisten oder schöne Körbe für Kleinkram schaffen Ordnung. Geliebte Bücher und Stofftiere bekommen Logenplätze. Und die Aussicht auf eine tolle Legostadt, die ihr dann zusammen Dank des neu geschaffenen Platzes bauen könnt, ist bestimmt ein super Anreiz.

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