Tablets für Kinder – muss das sein?

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Dreijährige, die souverän mit ihren kleinen, dicken Fingerchen das Smartphone von Mama bedienen, erstaunen inzwischen kaum noch jemanden. Noch einfacher geht die Spielerei mit Tablets, da sie größer sind. Weil heutzutage fast jede Familie ein Smartphone oder Tablet oder beides zuhause hat, wachsen unsere Kinder ganz selbstverständlich mit dieser Technik auf und erkennen natürlich auch sehr schnell den Reiz daran. Der Markt hat auf dieses riesige Potential reagiert und bietet seit geraumer Zeit spezielle Tablets für Kinder ab zwei Jahren an. Aber ab welchem Alter macht so was eigentlich Sinn?

Was sind Kinder-Tablet?

Tablets sind kleine, flache Computer, die nicht mittels Tastatur bedient werden, sondern mit den Fingern direkt auf dem Monitor, dem Touchscreen. So können Funktionen angeklickt oder durch Wischen bewegt werden. Die verschiedenen Programme, z.B. Spiele oder Musikdateien sind auf dem Bildschirm in Form von Symbolen sichtbar und werden durch die Berührung mit der Fingerspitze geöffnet – perfekt für Kinder, die noch nicht lesen können. Neben Spielen gibt es Programme zum Malen oder Musizieren, für Ältere auch zum Lernen, Wiederholen von Vokabeln oder mit Matheübungen. In der Regel haben Tablets einen Internetzugang, über den E-Books und Bilderbücher abgerufen und Emails empfangen werden können.

Ab welchem Alter?

Erwiesenermaßen sind Kinder bis zum dritten Geburtstag noch nicht in der Lage, schnelle Bildabfolgen richtig zu verarbeiten. Zudem ist ihre Motorik noch zu grob für die Bedienung eines Touchscreens. Empfohlen werden Kinder-Tablets deshalb frühestens für Dreijährige. Unter Eltern ist das umstritten, denn viele würden ihre Kinder noch viel länger von Computern fernhalten. Zu recht. Das Problem ist allerdings, dass besonders das Smartphone als kleine Schwester des Tablets allgegenwärtig ist und die Kinder zwangsläufig damit in Kontakt kommen. Es lässt sich vielleicht rauszögern, verhindern lässt sich der Umgang mit Computern im Kindesalter kaum. Kinder-Tablets können hier einen guten, weil (noch!) kontrollierbaren Einstieg bieten, sofern einige Punkte beachtet werden:

Wohldosierte Nutzung

Technische Geräte und Computerspiele, egal wie simpel oder ausgefeilt, bergen immer eine Suchtgefahr (zu erkennen an dem aggressiven Verhalten, wenn das Tablet abgenommen wird). Deshalb ist es enorm wichtig, die Nutzungsdauer durch klare Regeln zu begrenzen – und zu kontrollieren. Im Idealfall sitzen die Kleinen ohnehin nicht unbeaufsichtigt am Tablet. Und scheint draußen die Sonne oder haben die Kids zu wenig Bewegung, sollte draußen Spielen immer Vorrang haben.

Inhaltliche Kontrolle

Bevor die Kinder das Tablet nutzen dürfen, sollten sich die Eltern mit dem Gerät eingehend beschäftigen und alle Funktionen ausprobieren. Nicht selten sind die Youngsters schnell fitter im Umgang mit der Technik und können die Eltern leicht austricksen, das gilt insbesondere für Schulkinder. Es sollte klare Verabredungen geben, welche Spiele und Apps genutzt werden dürfen. Alles andere wird gelöscht, sofern möglich. Viele Tablets ermöglichen auch den Zugang zum Internet, was allerdings mit einer Kindersicherung gesperrt werden kann. Ebenso können das Herunterladen neuer Dateien und der Zugang zu bestimmten Seiten unterbunden werden.

Welches Tablet soll es sein?

TabletBei der Auswahl eines Kinder-Tablets stellt sich zunächst die Frage, ob das Gerät nur von den Kindern, oder auch von den Eltern genutzt werden soll. Varianten, die nur für kleine Kinder konzipiert sind, gibt es in einfachen Versionen schon ab 25 Euro, werden aber schnell langweilig, da sie nicht aufgerüstet werden können. Etwas teurere Tablets erlauben das Herunterladen von neuen Programmen oder Levels aus dem Internet, was besonders für die Lernprogramme von Schulkindern von Bedeutung ist. Vielseitiger und für die ganze Familie sinnvoll sind Modelle mit Multi-User-Steuerung, Kostenpunkt circa 200 Euro und mehr. Hier lässt sich für jede Person ein eigenes Profil mit den passenden Programmen und Funktionen anlegen. Während für die Kids z.B. das Internet gesperrt bleibt, können die Eltern wie auf einem normalen Tablet Emails abrufen und im Internet surfen.

Getestet und für gut empfunden

Der Computermarkt entwickelt sich permanent weiter und bringt laufend neue, noch ausgefeiltere Modelle auf den Markt. Das betrifft insbesondere das noch verhältnismäßig neue Segment der Tablets. Viele Modelle wurden getestet, während die neuen schon nachrückten, weshalb es keine eindeutige Rangfolge in der Qualität gibt. Dennoch haben sich zwei Favoriten heraus kristallisiert, wie bei kids-tablets.de und Kinder Tablet zu lesen ist:

  • Die Paquito-Reihe des spanischen Herstellers Imaginarium gibt es in verschiedenen Größen und besticht vor allem durch die Multi-User-Steuerung für Eltern und Kinder. Zudem lässt es sich es sich aufrüsten und wächst quasi mit den Bedürfnissen der Kinder. Sicherheitseinstellungen wie Nutzungsdauer, Auswahl der Apps und Zugang zu Internetseiten sind hier leicht anzuwenden und für jeden Nutzer individuell speicherbar. Je nach Größe kostet das Paquito 179 bis 249 Euro.
  • Ebenfalls für Eltern und Kinder gleichermaßen nutzbar sind die Modelle der Samsung Galaxy Tab-Reihe. Die Sicherheitsfunktionen sind ähnlich wie beim Paquito, nur die Prozessorleistung kommt nicht ganz an das spanische Modell heran. Das Samsung Galaxy ist ab 209 Euro zu haben.

1 Kommentar zu “Tablets für Kinder – muss das sein?

  1. In dem Artikel sollte ergänzt werden, dass Hersteller bereits Tablets für Kinder ab 1 Jahr herstellen. Fisher Price bspw. hat solch ein Modell, mit dem auch ganz kleine Wonneproppen bereits auf den bunten Displays herum-„touchen“ können.

    Ob nun sinnvoll oder nicht, das muss jedes Elternpaar für sich selbst entscheiden und natürlich findet man immer Extreme auf beiden Seiten der Medaille. Eine zeitliche Regelung sollte indes Pflicht sein, da stimmte ich voll zu.

    Viele Grüße
    Daniel

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