Schulranzen – Das gibt’s beim Kauf zu beachten

Einschulung_Schulranzen
Jetzt gehts los! Aber: Augen auf, beim Schulranzen-Kauf 😉

Es ist mit eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Kindes: die Einschulung. Nach den Festivitäten des ersten Schultags sind die Kids auf einen Schlag mit vielen fremden Dingen konfrontiert und in ihrem neuen Alltag müssen sie Stück für Stück mehr Selbständigkeit lernen. Wir als Eltern können ihnen dabei helfen, indem wir optimale Rahmenbedingungen schaffen. Ein ganz wichtiger Punkt ist der Schulranzen. Funktioniert und passt er nicht, kann er den ABC-Schützen das Leben im wahrsten Sinne des Wortes sehr schwer machen.

Der große Tag ist noch etwas entfernt, aber viele der zukünftigen Erstklässler brennen schon jetzt darauf, ihre Ausrüstung zu kaufen. Die Auswahl ist riesig, die Designs sehr bunt und preislich gibt es enorme Unterschiede. Wenn es nach den Kids ginge, reichten Dino-, Trucks- oder Prinzessinnenmotiv als Kaufentscheidung aus. Aber so einfach ist es nicht. Ein paar wichtige Dinge solltet ihre beim ersten Schulranzen beachten.

Gewicht

Kinder im Schulalter befinden sich noch im Wachstum und insbesondere der Rücken kann bei übermäßiger oder einseitiger Belastung langfristige Schäden erleiden. Zudem ist die Muskulatur das neue Gewicht noch nicht gewöhnt. Deshalb galt bis vor einigen Jahren, der gepackte Schulranzen dürfe 10 bis 12,5% des Körpergewichts des Schülers nicht überschreiten. Heute gibt es Expertenstimmen, die 17% für erträglich halten. Schlussendlich liegt es aber auch an der Konstitution des jeweiligen Kindes, ab wann Haltungsschäden entstehen könnten. Als Faustregel wird heute gerne 15% genannt, leer darf der Schulranzen nicht mehr als 1,2 Kilogramm wiegen.

Tipp: Fragt eure Kinder immer mal wieder, ob der Ranzen zu schwer oder unbequem ist. Vielleicht könnt ihr ein paar Hefte oder Bücher raus nehmen. Erfahrungsgemäß muss mindestens die Hälfte des Inhalts nicht jeden Tag mitgeschleppt werden. Die Kids sind nur zu faul, die Sachen aus und einzupacken.

Ergonomie

Ebenso wichtig wie das Gewicht ist der richtige Sitz des Schulranzens auf dem Rücken. Sind die Tragegurte falsch eingestellt, hängt der Ranzen zu tief und kann ein Hohlkreuz verursachen. Viele Modelle haben praktischerweise einen Hüftgurt, auf dem das Hauptgewicht liegt. In jedem Fall sollte der Ranzen dicht am Rücken liegen, nicht hin und her rutschen und die Oberkante auf Höhe des Nackens sein. Ergonomische Polsterung macht das Tragen angenehmer, auch Brustgurte beugen dem falschen Sitz des Ranzens vor. Der Schulranzen sollte zudem nicht viel breiter sein, als die Schultern des Kindes, da sonst die Bewegungsfreiheit der Arme eingeschränkt wird. Viele Modelle sind daher hochkant.

Innenleben

Zusätzlich zu den Heften, Büchern und dem Federmäppchen müssen auch eine Brotzeitdose und ein Getränk Platz finden. Hilfreich für die Kids ist eine übersichtliche Einteilung mit Fächern für große schwere Bücher direkt am Rücken und für den losen Kleinkram weiter vorne.

Tipp: Achtet darauf, ob sich der Ranzen innen leicht reinigen lässt. Früher oder später klebt immer irgendwas am Boden oder die Apfelschorle ist ausgelaufen.

Material

So eine Schultasche wird die ersten drei Tage noch pfleglich behandelt, danach dient sie als Sitz, liegt im Dreck oder wird zum Wurfgeschoß. Sie muss also einiges aushalten können. Das Gebot der Stunde sind robuste, schadstofffreie Materialien und gute Verarbeitung. Natürlich muss sie auch Regen abhalten, was oft am Rand der Abdeckung problematisch ist.

Sicherheit!!!

Und hier ein Punkt, der extrem wichtig ist und dennoch oft vernachlässigt wird. Wenn die Kinder im Winter oder bei Regen morgens zur Schule gehen, ist die Sicht sehr schlecht, d.h. es besteht erhöhte Unfallgefahr! So ein Schulranzen muss leuchten, was das Zeug hält, damit die Autofahrer die Knirpse rechtzeitig wahrnehmen. Reflektierende, grelle Muster oder breite reflektierende Streifen sind also ein Muss. Laut der offiziellen Vorschrift DIN 58124 muss hinten mindestens 20% der Fläche aus fluoreszierendem Material bestehen, das auch am Tag leuchtet, wie die Farben Orange-Rot und Gelb. 10% der Vorder- und Seitenflächen müssen sogenannte Katzenaugen sein, die das Licht von Scheinwerfern reflektieren.

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Schön anzusehen, aber sicher nicht praktikabel.

 

Fazit: Es gibt viele wunderschöne Schulranzen, die auch das Herz stilbewusster Eltern höher schlagen lassen, z.B. Lederranzen im Retro-Look oder schlichte einfarbige Modelle. Nur leider tut ihr damit euren Kindern keinen Gefallen. Sie sind schlecht zu tragen, unpraktisch und ein Sicherheitsrisiko. Lasst euch gemeinsam mit eurem zukünftigen ABC-Schützen beraten und probiert Modelle aus. Für die Kids kann es gar nicht bunt genug sein, was in diesem Fall ein echter Vorteil ist. Der Testsieger der Stiftung Warentest aus dem letzten Schulranzentest 2013 war übrigens der Scout Buddy Basic gefolgt vom Spiegelburg Ergostyle und dem DerDieDas.

Foto: Aplyonse & Immanuel Giel CC BY-SA 3.0 via Wikipedia

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