Pokémon Go – Der Hype erklärt

GoSelten hat ein Spiel die Welt so auf einen Schlag erobert, wie Pokémon Go. Von Schulkindern über gestandene Bussinesmänner bis hin zu den Aktienkursen – alles schien Anfang Juli auf einmal von den kleinen Figuren infiziert. Die Presse ist voll von skurrilen Geschichten rund um Pokémon Go und Gesundheitsexperten begrüßen den Run auf das Spiel. Alles sehr merkwürdig und Grund genug, mal ganz genau hinzuschauen. Was hat es mit Pokémon Go auf sich?

Wo kommt das Spiel her?

Pokémon Go wird von The Pokémon Company, einer Unterfirma des japanischen Videospieleherstellers Nintendo vertrieben. Ursprünglich ist Pokémon ein Gameboy-Spiel aus den 90er Jahren. Die kleinen Taschenmonster – der Name Pokémon setzt sich aus Pocket und Monster zusammen – hatten sofort Fans auf der ganzen Welt. Es folgten Videospiele, Filme, Anime-Staffeln und natürlich jede Menge Merchandising. In anderen Worten: Pokémon hat seit knapp 20 Jahren eine gigantische Fangemeinde rund um den Globus, die sich auf jede noch so kleine Neuigkeit stürzt.

Alles nur ein Scherz

Obwohl es unter diesen Umständen logisch gewesen wäre, war Pokémon Go zunächst gar nicht geplant. Die Idee dafür geht vielmehr auf einen Aprilscherz für Google im Jahr 2013 zurück. Zwei Kollegen von Nintendo und der Pokémon Company, Iwata und Ishihara, hatten sich die Pokémon Challenge ausgedacht, mit der Google Pokémon-Fans weismachte, die kleinen Figuren seien nun in der realen Umwelt angekommen. Erst im September 2015 kündigte Ishihara von der Pokémon Company das echte Spiel an und widmete seine Rede dem kürzlich verstorbenen Miterfinder Iwata.

Der Scherz erobert die Welt

Für den Markt entwickelt hat das Spiel dann das US-amerikanische Studio Niantic Labs. Die weltweite Veröffentlichung folgte gestaffelt vom 6. bis 25. Juli, wobei durch den enormen Andrang immer wieder Server in die Knie gingen.

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Die ganze Welt ist auf Monsterjagd

Wie funktioniert das Spiel?

In drei Sätzen: Spieler können mit Hilfe ihres Smartphones  oder Tablets in ihrer realen Umgebung Pokémon „sehen“ und fangen. Die kleinen Monster können sie dann trainieren und mit ihnen gegen Pokémon aus anderen Teams kämpfen. Das Neue und tatsächlich faszinierende an dem Spiel ist die Kombination aus realer und virtueller Welt.

Die Technik

Mit Hilfe von GPS-Daten können Mobilfunkgeräte bekanntermaßen geortet werden und diesen Umstand macht sich das Spiel zunutze. Der so ermittelte Standort des Spielers wird auf eine virtuelle Landkarte verlegt, die der Karte von Google Maps entspricht und völlig echt aussieht – mit dem kleinen Unterschied, dass sich nun virtuelle Monster auf der Straße befinden. Diese Idee der erweiterten Realität nennt man „Augmented Reality“.

Die Regeln

  • Der Avatar

Jeder Spieler tritt als Avatar auf, einer Art Kunstfigur. Er kann sich Geschlecht und Aussehen wie z.B. Haut-, Haar- und Augenfarbe aussuchen und bewegt sich nun ähnlich einer Comicfigur in der realen/virtuellen Spielwelt. Läuft der Spieler die Straße XY entlang, sieht er diese Straße auch auf der Karte auf seinem Smartphone.

  • Pokémon

Es gibt verschiedene Pokémon, häufige bis hin zu sehr seltenen. Sie haben unterschiedliche Lebensräume wie Wasser oder Luft und verschiedene Schwächen und Stärken. Bekannte Figuren sind z.B.: Pikachu, Glumanda, Bisasam, Shiggy

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Pikachus sind sehr selten und heiß begehrt
  • Pokémon fangen

Die kleinen Taschenmonster tauchen in der Umgebung des Avatars auf, in unserem Fall z.B. in der Straße XY. Mit einem Ball, dem Pokéball, der dem Avatar zur Verfügung gestellt wird, kann das Monster getroffen und somit gefangen werden.

Das Einfangen wird mit Sternenstaub und Bonbons belohnt, die wiederum nötig sind, um die gefangenen Pokémon zu stärkeren Kämpfern mit besseren Fähigkeiten zu entwickeln.

  • Hilfsmittel

Die Pokébälle und andere sogenannte Items werden an den PokéStops eingesammelt. Sie befinden sich an prägnanten „realen“ Orten und sind an blauen, sich bewegenden Würfeln zu erkennen. Hier kann der Spieler z.B. auch Eier finden, die durch Bewegung (reales Rumlaufen!) ausgebrütet und zu einem Monster werden. Auch Medizin und „Beleber“ für schwache oder kampfunfähige Pokémon gibt es an diesen Orten.

  • Kämpfe

In den Arenen werden Kämpfe zwischen verschiedenen Teams ausgefochten. Dazu schließt sich der Spieler einem der drei, überregional existierenden Teams an. Die Arenen selbst befinden sich an besonderen Orten der realen Welt, wie etwa Kirchen oder Denkmäler. Ziel des Kampfes ist es, die Arena für das eigene Team zu gewinnen.

  • Level

Wie in jedem Videogame versucht der Spieler, sein Spiellevel zu steigern. Das geschieht hier durch Erfahrungspunkte, die für ausgeführte Aktionen im Spiel vergeben werden, z.B. für das Fangen eines Pokémon oder das Ausbrüten eines Eis.

Wie bekomme ich es auf mein Handy?

Das Spiel ist für IOS und Android verfügbar und kostenlos zum Download verfügbar.

Gibt es versteckte Kosten?

Pokémon Go lässt sich völlig kostenfrei spielen. Allerdings kann der Spieler mit echtem Geld Pokémünzen kaufen. Damit kann er weitere Hilfsmittel wie eine Ei-Brutmaschine oder Lockmodule kaufen. Letztere locken Pokémon an und erhöhen so die Fangquote und damit die Anzahl der Erfahrungspunkte.

Worauf müssen wir als Eltern achten?

Gleich vorweg: Es gibt weiß Gott Schlimmeres, als Pokémon Go. Die kleinen Monster sind nicht blutrünstig, sondern eher ziemlich niedlich, geschossen wird nur mit Bällen und Bewegung bekommen die Kids auch noch. Nicht umsonst finden Kardiologen das Spiel super. Ein paar Dinge gilt es dennoch im Auge zu behalten.

  • Kosten für Pokémünzen

Natürlich ist die Versuchung groß, mit einem Lockmodul noch ein paar Monsterlein mehr vor den Pokéball zu bekommen. Der Kauf von den dazu nötigen Pokémünzen geht ganz leicht über den Appstore und die dort hinterlegten Kreditkartendaten. Dem könnt ihr vorbeugen, indem ihr diese sogenannten In-App-Käufe auf den Geräten eurer Kinder blockiert oder mit einem Passwort sperrt.

Traffic
In den USA wird auf Highways schon großflächig vor Pokemon Go gewarnt…
  • Gefahren im Verkehr

Inzwischen ist es leider ein sehr häufiges Bild: Verkehrsteilnehmer, egal ob zu Fuß oder im Auto, starren nur noch auf ihr Handy und verursachen so gefährliche Situationen für sich und andere. Der Pokémon-Hype ist da nicht gerade hilfreich. Macht euren Kindern klar, dass es kein Pokémon der Welt wert ist, dafür unter dem Auto zu landen. Je jünger die Kids sind, desto mehr solltet ihr den Radius der Jagd einschränken. Am besten, ihr geht gemeinsam auf die Pirsch. Es soll ja auch Erwachsene geben, die Spaß an dem Spiel haben …

  • Medienkonsum

Da Pokémon Go vorwiegen draußen gespielt wird, könnt ihr ganz gut Uhrzeiten verabreden, wann die Kids zuhause sein sollen. Irgendwann werden ja auch die kleinen Beinchen müde. Genau, wie übrigens der Akku des Smartphones – speziell bei Pokémon Go. 😉

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