Musikunterricht für Kinder – Ein Plädoyer fürs Instrumente spielen

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Musizieren: der Weg zur Popstar-Karriere? Vielleicht auch, aber sicherlich der Weg zu besseren kognitiven Fähigkeiten!

Egal, ob es eure Kinder sind, die ein Musikinstrument lernen wollen, oder ob ihr Eltern eure Sprösslinge gerne mit der Geige sähet – ein Instrument zu erlernen ist in jedem Fall sinnvoll. Und das gleich aus mehreren Gründen.

Vorweg das Wichtigste: der Musikunterricht soll dem Kind in erster Linie Spaß machen. (Schaut auch zu diesem Thema auch unseren Artikel zur musikalischen Früherziehung im Netz an). Erzwungene Klavierstunden bringen niemandem etwas. Und auch sämtliche Vorteile des Musizierens basieren auf der Grundlage, dass das Kind spielen will und nicht muss. Immer mal wieder Unlust beim Üben ist normal, darf aber nicht zur regelmäßigen Qual ausarten.

Ab wann ist das Erlerne eines Instruments sinnvoll?

Idealerweise beginnen die Kids bereits während der Grundschule, ein Instrument ihrer Wahl zu erlernen. Jüngeren fällt es noch schwer, diszipliniert zu üben und Noten zu lesen. Klassiker sind Klavier, Geige, Gitarre und natürlich Blockflöte. Blasinstrumente kommen erst für Kinder ab etwa zehn Jahren in Frage, weil das nötige Lungenvolumen sonst noch nicht da ist.

Egal, welches Instrument ein Kind lernt, es wirkt sich immer positiv auf seine Entwicklung aus. Zum einen ist da die Feinmotorik, die spielerisch geschult wird. Das Gedächtnis wird trainiert und das Konzentrationsvermögen verbessert. Sogar die sozialen Fähigkeiten werden gefördert, weil sich der kleine Musikant auf seine Mitspieler einstellen muss.

Musizieren – ein echter Hirnstimulator!

Besonders eindrucksvoll sind die Auswirkungen auf das Gehirn und somit das Lernvermögen der Kinder. Das hat eine Studie US-amerikanischer Forscher ergeben, die in der Fachzeitschrift „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht wurde. Auslöser für die Untersuchung war ein Projekt für Kinder aus Problemvierteln. Sie erhielten kostenlosen Musikunterricht und langfristig hatte das erstaunliche Folgen. Während 50 Prozent oder mehr Jugendliche aus den selben Vierteln ihren Schulabschluss nicht schafften, erreichten ihn 90 Prozent der Teilnehmer des Musikprojektes.

Die zweijährigen Untersuchung mit 44 Kindern des Projektes zeigte laut Forschern eine Veränderung im Gehirn, die es erleichtert, Töne zu verarbeiten. Diese Fähigkeit führt demnach auch zu besseren Leistungen beim Lesen, Sprechen und selbst beim mathematischen Verständnis. Wichtig ist allerdings, auch das hat die Studie ergeben, dass das Musikinstrument mindestens zwei Jahre lang gelernt wird. Erst dann beginnt das Gehirn, sich den Anforderungen entsprechend zu verändern.

 Wie motiviere ich mein Kind zum üben?

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Schon 10 Minuten Übung am Tag ist effektiv

In der Theorie klingt das alles ganz toll und einfach. Ein Kind zum Üben zu motivieren und bei der Stange zu halten, ist jedoch oft Schwerstarbeit. Deshalb hier noch ein paar Tipps, wie ihr die kleinen Musiker unterstützen könnt.

Am Wichtigsten ist es, Interesse zu zeigen und jeden noch so kleinen Fortschritt zu erkennen und zu loben. Dazu muss man selbst kein Musikgenie sein. Hilfreich ist auch eine Alltagsroutine mit festen Übungszeiten, die irgendwann gar nicht mehr in Frage gestellt werden. Jeden Tag nur zehn Minuten Üben ist effektiver, als einmal die Woche eine Stunde lang. Und kleine Einheiten ermüden nicht so schnell. Je älter das Kind wird, desto länger können auch die Übungszeiten werden.

Bevor ihr richtig in den Musikunterricht einsteigt und ein teures Instrument kauft, ist es ratsam, Geige oder Gitarre erst mal auszuleihen und Probestunden zu vereinbaren. Manchmal legt sich die anfängliche Begeisterung schnell und dann ist der Frust wegen der entstandenen Kosten groß. Und natürlich gibt es auch viele Kinder, die vielleicht lieber Sport machen oder malen, als ein Instrument zu spielen. Auch sie sollte man ihren Neigungen entsprechend unterstützen und nicht zu etwas überreden, das ihnen keinen Spaß macht. Denn, wie eingangs erwähnt, das bringt niemandem etwas. Am wenigsten dem Kind.

Ich jedenfalls habe im Laufe meiner Kindheit und Jugend drei Instrumente gespielt und mache auch heute noch leidenschaftlich gerne Musik. Das gebe ich auch gerne an meine Kinder weiter.

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