Kleiner Ratgeber: Milchpumpe

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Zugegeben, Milchpumpen haben etwas sehr Unromantisches, aber für viele stillende Mütter sind sie ein echter Segen. Mit Hilfe angelegter Muttermilchvorräte können Frauen arbeiten gehen, ohne den Säugling auf Milchpulver umstellen zu müssen. Für andere bedeutet es einfach nur ein bisschen freie Zeit für sich selbst, wenn auch der Papa mal „stillen“ kann. Und bei der Ernährung von Frühchen, die zu schwach zum Saugen sind, ist abgepumpte Muttermilch sogar enorm wichtig. Aus welchem Grund auch immer eine Milchpumpe eingesetzt wird – ein paar Dinge gilt es zu beachten, damit für Mama und Kind alles glatt läuft.

Welche Milchpumpe ist die richtige?

Ob eine elektrische oder manuelle Milchpumpe benutzt wird, hängt vor allem vom Grund ihres Einsatzes ab. Die wesentlich teurere elektrische Pumpe ist praktisch, wenn viel und regelmäßig abgepumpt werden soll. Sie ist also für berufstätige Mütter zu empfehlen. Die Kosten gehen bei den wirklich guten Modellen schnell in die Hunderte, weshalb viele Apotheken und Sanitätshäuser Pumpen auch zu einem Tagessatz von ein paar Euro verleihen. Wenn die Stillende leicht Milchstaus oder Brustentzündungen bekommt, kann die Milchpumpe auch zu therapeutischen Zwecken vom Arzt verschrieben werden. Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Leihgebühr. Nicht ganz so effektive, kleinere elektrische Milchpumpen gibt es ab ca. 40 Euro zu kaufen.

Hand-Milchpumpen sind mit 30 Euro erschwinglicher, aber in der Anwendung auch ein bisschen mühsamer. Sie funktionieren wie die elektrischen Geräte, nur wird das nötige Vakuum durch Pumpen von Hand hergestellt. Intensität und Rhythmus lassen sich dadurch gut individuell bestimmen. Für den sporadischen Gebrauch ist die Hand-Milchpumpe völlig ausreichend.

Zur Reinigung der Pumpen werden sie einfach auseinander genommen, abgespült und anschließend genau wie Fläschchen und Schnuller ausgekocht.

Probleme beim Abpumpen

Stillen ist eine empfindsame Sache, die durch viele Faktoren beeinflusst wird. Selbst ohne Milchpumpe verzweifelt da so manche Mama am Anfang. Klar, dass auch das mechanische Abpumpen etwas Geduld erfordert. Fällt der Reiz des Babys an der Brust weg, will die Milch oft nicht recht fließen. Dann heißt es vor allem: gelassen bleiben, nichts erzwingen und einfach später noch mal versuchen. Ein warmes Kirschkernkissen und leichte kreisende Bewegungen auf der Brust können helfen, den Milchfluss anzuregen. Ein Trick, die mütterlichen Instinkte zu überlisten, ist das gleichzeitige Anlegen von dem Baby an der einen und der Milchpumpe an der anderen Brust. In den allermeisten Fällen gewöhnen sich die Mamas schnell ans Abpumpen und die Milch fließt wie beim Stillen.

 Kommt es doch mal zu einem Milchstau, weil die Milchgänge in der Brust nicht ganz geleert wurden, kann das zwar etwas schmerzhaft sein, ist aber nicht weiter tragisch. Am einfachsten lässt man das Baby den Stau wegtrinken. Kühle Quarkwickel wirken schmerzlindernd. Nur wenn Fieber hinzukommt, könnte eine Brustentzündung im Anmarsch sein. Dann heißt es, dringend den Arzt aufsuchen.

Wie bewahre ich die Milch auf?

Nach neuesten Erkenntnissen ist Muttermilch ungekühlt länger haltbar, als bisher angenommen. Bis zu acht Stunden hält sie sich auch außerhalb des Kühlschranks bei höchstens 22 Grad, was das Abpumpen entspannter macht. In den meisten Fällen wird die Milch anschließend eingefroren, um sie jederzeit zur Verfügung zu haben. Das geht in Glas- oder Plastikfläschchen genauso wie in ganz normalen Gefrierbeuteln. Bis zu sechs Monate ist die Milch dann haltbar. Bei Bedarf wird sie idealerweise langsam im Kühlschrank wieder aufgetaut. Auch ein nicht zu heißes Wasserbad geht, Mikrowelle zum Abtauen ist hingegen tabu, weil die Nährwerte zerstört würden. Einmal aufgetaut darf sie nicht wieder eingefroren oder zweimal erwärmt werden.

Und wenn das Baby die Flasche verweigert?

Da ist nun die mit viel Mühe abgepumpte Milch schön aufgewärmt im Fläschchen und dann will das Baby nicht daraus trinken. Keine Panik, auch hier ist einfach Geduld gefragt. Manchmal reicht es schon aus, den Sauger der Flasche zu wechseln oder die Flasche anders zu halten. Oft trinkt das Baby nicht aus der Flasche, solange die Mutter in der Nähe ist. Die Brust ist ihm einfach lieber. Erfahrungsgemäß verweigern Säuglinge die Flasche aber selten komplett, irgendwann gewinnt der Hunger. Und hilft das alles nichts, kann die Milch dem Baby mit Hilfe eines kleinen Löffels eingeflößt werden.

Wie immer im Leben mit Kindern heißt es auch beim Thema Milchpumpe, nicht zu verzagen und Ruhe bewahren. Dann kann dieses kleine, unromantische Gerät durchaus ein Gewinn für den Alltag junger Eltern sein.

Elektrische und manuelle Milchpumpen sowie Milchaufbewahrungssyteme und Aufsätze finden sie übrigens auch hier auf KarlaKnopf.de.

6 Kommentare zu “Kleiner Ratgeber: Milchpumpe

  1. Interessanter Artikel! Hier noch ein kleiner Tipp was bei mir geholfen hat als unserer Zwerg die Flasche verweigert hat. Einfach Immer wieder anbieten und zwar vom Papa! Denn die Milch der eigenen Mutter kann er riechen. Bei uns hat es auch nur geklappt, weil der Papa sie ihm immer wieder angeboten hat und er so Hunger hatte. Und es hat auch nur mit der Medela Flasche geklappt, weil er da wie an der Brust saugen musste.
    Liebe Grüße
    Petra

  2. Liebe Natascha, vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Vom schmerzhaften Milchstau kann ich ein Lied singen – schön war das nicht! Bei mir hat ein warmer Waschlappen geholfen den Schmerz zu lindern und die Milchdrüsen zu stimulieren. Ganz liebe Grüße!

  3. Milchpumpen werden immer häufiger genutzt. Meine beste Freundin wurde vor kurzem Mutter und hatte Probleme mit einer Entzündung der Brust. Dabei hat die Milchpumpe Gott sei Dank deutliche Hilfe geleistet.

    Grüße

  4. Hallo,

    super Ratgeber. Die Mühe bei Handmilchpumpen ist oft echt enorm, daher lohnt sich direkt die Anschaffung einer elektrischen Milchpumpe mehr. Ansonsten kann ich euch nur zustimmen 🙂

    Liebe Grüße
    Patricia

  5. Hallo Leute,

    ich habe selbst eine Handmilchpumpe probiert. Für mich war das unglaublich… Ich habe dann eine elektrische Milchpumpe verliehen. Es klappt wunderbar! Ich bin ganz zufrieden und habe keine Probleme bei Abpumpen, Stillen und Studium! Danke für Deinen Beitrag!

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