Kinder und Medien: Neue Zahlen und Statistiken

KMI-Studie

Alle zwei Jahre untersuchen verschiedene Medienanstalten und der Südwestrundfunk die Mediennutzung von Kindern zwischen sechs und 13 Jahren und werden diese statistisch aus. Ende April ist die Studie für das Jahr 2012 erschienen. Auf knapp 80 Seiten gibt es eine Unmenge von Zahlen und Statistiken, die mal mehr und mal weniger interessant sind. Wir möchten hier einen kurzen Überblick geben. Übrigens: Was Kinder weiterhin nach der Studie am liebsten machen, ist Freunde treffen. Da hat sich nichts verändert.

Fernsehen: Der Fernseher ist immer noch das Medium, das von Kindern am meisten genutzt wird, trotz Internet. 79 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen sehen jeden oder fast jeden Tag fern, für 57 Prozent ist der Fernseher das Medium, auf das sie am wenigsten verzichten könnten. Etwa ein Drittel aller Kinder hat ein Fernsehgerät im Kinderzimmer, hier zeigt sich ein leichter Rückgang: 2008 und 2010 waren es noch jeweils über 40 Prozent. Kinder fangen im Alter von etwa drei Jahren an fernzusehen. Gut die Hälfte der Kinder schaltet den Fernseher zielgerichtet ein, wenn eine bestimmte Sendung kommt – auf den oberen Plätzen landen die Dauerbrenner GZSZ, Die Simpsons und DSDS. Die meisten Vorbilder und Idole der Kinder kennen diese ebenfalls aus dem Fernsehen: Auf Platz eins liegt derzeit Justin Bieber. Auch Miley Cyrus und ihre TV-Figur „Hannah Montana“ ist bei vielen Kindern beliebt. Auf den weiteren Plätzen folgen bei den Jungs besonders verschiedene Fußballer wie Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger oder Cristiano Ronaldo, aber auch „Spiderman“. Mädchen begeistern sich vielmehr für Heidi Klum, Shakira oder den Hauptdarsteller der Twilight-Filme Robert Pattinson. Dass Fernsehen und Fernsehinhalte überfordern oder ängstigen können, bestätigen 23 Prozent der Kinder. 16 Prozent der Kinder sagten, dass sie schon Dinge gesehen haben im Fernsehen, die ihnen Angst gemacht haben – auch bei Nachrichtensendungen.

Bücher: Lesen spielt bei Kindern immer noch eine wichtige Rolle: Etwa 50 Prozent der Kinder lesen einmal pro Woche, darunter deutlich mehr Mädchen (58%) als Jungen (39%). 14 Prozent der Kinder lesen jeden oder fast jeden Tag, hier ist der Anteil der Mädchen dreimal so hoch wie bei den Jungen.

Computer: Die Nutzung von Computern im Alltag spielt inzwischen wenig überraschend eine immer größere Rolle. In nahezu allen Haushalten, in denen Sechs- bis 13-Jährige leben, gibt es mindestens einen Computer oder einen Laptop. Etwas ein Fünftel der Kinder besitzt ein eigenes Gerät, je älter die Kinder werden, desto häufiger: Während es bei den Sechs- und Siebenjährigen nur drei Prozent sind, verfügen über die Hälfte der Zwölf- bis 13-jährigen über ein eigenes Gerät. Bei den älteren sind es dann auch bereits rund 60 Prozent, die jeden oder fast jeden Tag einen Computer nutzen. Was machen die Kinder am Computer? An erster Stelle sehen Computerspiele, an dritter steht das Arbeiten am Computer für die Schule, 48 Prozent der Kinder tut dies mindestens einmal die Woche. Dabei ist die Recherche im Internet die häufigste Tätigkeit: 80 Prozent der Kinder, die ihren Computer für die Schule nutzen, suchen mindestens einmal pro Woche nach Informationen im Internet. 70 Prozent der Nutzer schreiben Texte für die Schule am Computer, 60 Prozent nutzen regelmäßig ein Lernprogramm.

Handy: Je älter die Kinder werden, um so mehr haben Handys: Bei den Acht- bis Neunjährigen ist es jeder Dritte, zwei Drittel sind es bei den Zehn- und Elfjährigen und 91 Prozent bei Zwölf- und 13-jährigen. Das durschnittliche Einstiegsalter liegt bei zehn Jahren. Das Handy wird vor allem dazu genutzt, um mit Freunden oder den Eltern zu kommunizieren, insgesamt schreiben die Kinder tendenziell mehr SMS als früher und telefonieren weniger. (Wie man mit dem Handywunsch von Kinder umgeht, können sie übrigens hier bei uns nachlesen.)

Internet: 62 Prozent der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren nutzen das Internet, der Anteil ist seit 2006 relativ stabil. Etwa die Hälfte der Kinder gehen ein- bis mehrmals die Woche ins Netz, etwas ein Drittel fast jeden Tag. Je älter, je mehr: Bei den Zwölf- bis 13-jährigen sind es hier schon 58 Prozent. Durschnittlich fangen die Kinder im Alter von acht Jahren an, das Internet zu nutzen. 70 Prozent der Eltern sagen, dass ihr Kind vorher um Erlaubnis bitten muss, wenn es ins Internet will. Gesteigert haben sich die Nutzungszeiten: 30 Prozent sind maximal 30 Minuten täglich im Netz, 44 Prozent zwischen 30 und 60 Minuten, 25 Prozent mehr als 60 Minuten. Lieblingswebseiten der Kinder sind die sozialen Netzwerke Facebook und schülerVZ, dann kommen Youtube und Suchmaschinen wie Google oder fragFINN. Das Durschnittsalter, in dem Kinder einem sozialen Netzwerk beitreten, liegt bei 10,4 Jahren, wobei sich der Großteil der Kinder bei der Erstellung eines Benutzerkontos von einer anderen Person hat helfen lassen. Die Hälfte der Kinder gibt an, ohne spezielle Anliegen einfach draufloszusurfen. Filme, Videos und kurze Clips werden von 48 Prozent im Internet angesehen, der gleiche Wert ergibt sich für die regelmäßige Nutzung von Online-Communities. Mails-schreiben spielt keine so eine große Rolle bei Kindern: Nur 43 Prozent haben eine eigene Email-Adresse. 20 Prozent der Eltern nutzen eine „Kindersicherung“ für das Internet. 17 Prozent der Kinder geben an, beim Surfen schon einmal auf ungeeignete Inhalte gestoßen zu sein – etwa soviel wie beim Fernsehen. Zehn Prozent der Kinder, die soziale Netzwerke wie facebook benutzen, sind online schon einmal Personen begegnet, die ihnen unangenehm waren oder sie sogar belästigt haben.

Konsolen-, Computer- und Onlinespiele: Digitale Spiele werden von zwei Dritteln aller Kinder mindestens einmal pro Woche genutzt, in drei von vier Haushalten ist eine Spielkonsole vorhanden. Spiele sind für Kinder so ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil der Lebenswelt. 19 Prozent der Kinder spielen bis zu 30 Minuten am Tag, 46 Prozent spielen 30 bis 60 Minuten, 30 Prozent spielen länger als 60 Minuten. Durschnittlich können die Kinder zwischen acht und 15 Spielen auswählen, wenn sie spielen möchten. Lieblingsspiele sind Super Mario, FIFA, Mariokart, Die Sims (vor allem Mädchen), Need for Speed (vor allem Jungs). 50 Prozent der Jungen nutzen Spiele, für die sie eigentlich nach der Altersfreigabe zu jung sind. Ein Großteil der Kinder erhält Spiele von den Eltern geschenkt, 40 Prozent kaufen sie vom eigenen Taschengeld. Fünf Prozent der Kinder geben an, schon einmal Spiele gespielt zu haben, die ihnen Angst machen. Dies sind vor allem Kampf- oder Fantasy-Spiele wie Resident Evil oder World of Warcraft, aber auch Spiele wie Harry Potter oder Die Sims.

Ihr möchtet noch mehr Infos rund um die Mediennutzung von Kindern? Die ganze Studie lässt sich hier nachlesen und kostenlos herunterladen: http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf12/KIM_2012.pdf

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