Kinder hoch zu Roß

Reiten
Reiten: Der Traum vieler kleiner Mädchen – und auch immer mehr Jungs…

Ich will reiten! Früher oder später bekommen diesen Wunsch die meisten Eltern zu hören, entweder, weil nämlich die Soundso auch reitet oder weil Pferdefilme wie „Ostwind“ nachhaltigen Eindruck gemacht haben. Es sind fast immer Mädchen, die am liebsten gleich ein eigenes Pferd hätten, aber auch manche Jungs entdecken ihre Leidenschaft für den Reitsport, wenn auch eher mit der Idee des Lasso schwingenden Cowboys im Hinterkopf. Wie auch immer, Reiten ist vieler Kinder Traum und deshalb für uns Grund genug, sich das Ganze etwas genauer anzusehen.

Hören wir das Wort Reitsport, drängen sich sofort Gedanken auf wie „teuer“, „gefährlich“, „zeitintensiv“ und manchmal auch „schnöselig“ oder „zickig“. Kann alles stimmen, muss es aber nicht. Fangen wir bei den Kosten an.

Reiten ist unbezahlbar?

Es ist schon richtig. Reiten ist teurer, als etwa Mannschaftssportarten oder Turnen. Die Kosten für Reitstunden sind regional sehr unterschiedlich, und fangen bei mindestens 10 bis 15 Euro pro Stunde an. Alles andere wäre unseriös. Vergleicht man die Kosten aber etwa mit denen des Skifahrens, ist Reiten schon fast wieder günstig. Und eine gute Ballettschule kostet auch um die 10 Euro pro Stunde.

Natürlich kann das Reiten gefährlich sein, aber das Risiko eines Unfalls lässt sich durch gute Lehrer, geschulte Pferde und eine adäquate Ausrüstung minimieren. Auch mit dem Fahrrad kann ein Kind stürzen, von den Beinbrüchen auf Skipisten ganz zu schweigen.

 Die Ausrüstung beschränkt sich am Anfang auf ein paar Leggings, robustes, knöchelhohes Schuhwerk, je nach Wetter eine warme oder wasserdichte Jacke und einen gut sitzenden Fahrradhelm. Soll das Reiten tatsächlich fortgesetzt werden, sind Reithelm und Schutzweste zwingende Investitionen. Reithosen und -stiefel gibt es auch für wenig Geld.

Und immer diese Rumkutschieren

Zeitintensiv ist das Reiten vor allem dann, wenn die Kids kilometerweit zum Reitstall gefahren werden müssen. Das Reiten an sich nimmt nicht mehr Zeit in Anspruch, als jeder andere Sport.

Das Bild von jungen Mädchen in teuren Reitklamotten und dem eigenen Pferd im Schlepptau gibt es natürlich in der Realität, aber das hängt sehr vom jeweiligen Reitstall ab. Kleinere Gestüte oder Höfe sind in der Regel eher unkompliziert, vor allem, was das optische Auftreten der Reiter angeht. Es zählt eher Funktionalität und die Liebe an der Sache. Entsprechend ist hier auch kein Platz für zickiges Verhalten.

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Die Webseite der FN ist eine sinnvolle Anlaufstelle für gute Reitställe

Nun die Gretchenfrage. Wie finde ich einen guten Reitstall?

Gut ist immer, wenn der Stall ein Zertifikat von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN hat. Aber das alleine ist noch keine Garantie. Am besten, ihr informiert euch im Internet über die Kriterien, die einen guten Reitbetrieb ausmachen. Und macht euch selbst ein Bild. Oft sagt einem schon das Bauchgefühl, ob es passt oder eher nicht.

Das bringt uns zum letzten, aber wichtigsten Punkt. Reiten ist ein großartiger Sport für Kinder, weil die Voraussetzung dazu das Zusammenspiel mit den Pferden ist. Es erfordert Sensibilität, Respekt und Durchsetzungsvermögen – Eigenschaften, die auch im zwischenmenschlichen Miteinander wichtig sind. Tatsächlich ist es schade, dass nur verhältnismäßig wenige Jungs auf Reiterhöfen anzutreffen sind, denn auch sie haben einen riesigen Spaß dabei. Die Motivation ist vielleicht nicht so romantisch verklärt, wie bei den Mädchen, aber sind die Kids erst mal zusammen im Stall und in der Reithalle, fallen viele Vorurteile und Klischees weg. Dann geht es ums Striegeln, Satteln, Traben und Karotten verfüttern.

Wenn ihr mehr über das Reiten wissen wollt, findet ihr die wichtigsten Informationen sowie viele Adressen von Reitställen auf der Seite der FN.

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