Das erste Schuljahr – Was sollten Eltern beachten?

Erster_Schultag
Vertrauen, Zuversicht und Mut, so wird das erste Schuljahr ein Kinderspiel.

Falls euer Kind in diesem Herbst zum ersten Mal Fuß in den Klassenraum einer Grundschule setzt, geht das mit einer Vielzahl von aufregenden und gelegentlich auch angsteinflößenden Neuerungen nicht nur für euer Kind, sondern auch für euch einher, zumal wenn es das erste ist. Wir haben uns einige Gedanken zu dem Thema gemacht und viel gelesen, mögen euch deshalb ein paar Tipps und den ein oder anderen Rat an die Hand geben, auch wenn wir wissen, dass Ratgeber und Hilfen zum Thema „Das erste Schuljahr“ Legion sind.

Worauf es für die nun ein wenig größeren Kleinen im ersten Schuljahr besonders ankommt, sind – so lässt sich vieles zusammenfassen – Vertrauen, Zuversicht und Mut.

Drei große Gefühle vermitteln

Drei große Gefühle also, die selbstredend nicht im Vorbeigehen zu vermitteln und zu unterstützen sind. Vielmehr geht es darum, dass ihr sie euren Kindern im Laufe der Zeit und vor allem immer wieder vermittelt, sie anregt und gegebenenfalls wieder aufweckt. Wer von euch sich bereits ein wenig informiert hat, der weiß genau, dass die Förderung für das erste Schuljahr natürlich schon weit vor der ersten Stunde beginnt. Solltet ihr zu den Glücklichen gehören, die in einem der Bundesländer leben, das noch in den Ferien ist, dann gibt es nun bereits vieles, was ihr auf ganz praktischer Ebene angehen könnt: den neuen Schulweg gemeinsam ablaufen und euch mit der neuen Umgebung gemeinsam vertraut machen, die bevorstehenden Tage immer wieder mit den Kleinen durchsprechen und sie liebevoll auf kleinere Hindernisse hinweisen, auf die sie stoßen können, zugleich erklären, wie diese zu lösen sind. Auf keinen Fall solltet ihr glauben, eure Kinder damit zu unterstützen, dass ihr sie solchen Situationen getreu der Devise „Früh lernt sich“ einfach aussetzt. Das schafft Stress und falls sie dann doch an etwas scheitern vor allem auch Selbstzweifel.

Wichtig ist es auch, dass ihr bereits möglichst früh einen gemeinsamen Rhythmus und gemeinsame Rituale schafft. Das kann mit geregelten Malzeiten, kleinen Freizeitaktivitäten oder auch stiller Zusammenarbeit erreicht werden. (Einen Ratgeber zum Schulstart findet ihr hier zum Download)

Ihr solltet also auf jeden Fall versuchen, so präsent im Leben eurer Kinder zu sein, wie es die neuen Strukturen zulassen, ohne sie aber mit eurer Fürsorge zu erdrücken. Letzteres führt nämlich schnell dazu, dass die Kleinen merken, dass die Situation gerade irgendwie schwierig oder brenzlig ist und das verursacht schnell auch unbewusst Zweifel.

Alternativen
Alternativen zum stressigen Schulalltag schaffen!

Und so sehr eure Kinder und ihr im ersten Schuljahr auch vom Thema Schule durchdrungen sein mögt, solltet ihr darauf achten, dass auch noch anderes passiert. Sei das in Form von Sport, Ausflügen oder einfach nur unregulierter Freizeit – es ist schlichtweg sehr bedeutend, dass eure Kinder Alternativen zur Schularbeit geboten bekommen, ohne dass diese dadurch vernachlässigt wird, denn das motiviert und inspiriert. Tendenziell ist es wichtig, dass ihr euren Kindern regelmäßig Belohnungen für Erreichtes zukommen lasst. Sei das die ein oder andere Süßigkeit nach einer erfolgreich gemeisterten Woche oder aber 10 Minuten Fernsehen für jede tatsächlich am Schreibtisch verbrachte Stunde Arbeit.

Schwierigkeiten gemeinsam meistern

Sowohl für euch als auch eure Kinder wird eine weitere Tugend von besonderer Bedeutung sein: Geduld. Und die steht in diesem Fall in direkter Verbindung zur Frage des Mutes. Vieles wird mit Sicherheit genau so laufen, wie ihr euch das vorstellt im ersten Schuljahr: Euer Kind wird schreiben und lesen, ein wenig rechnen und abstrakt denken lernen, wird anfangen zu lernen, was es heißt, wissbegierig zu sein und was Lernen überhaupt heißt.

Aber es wird sicherlich auch die Momente geben, in denen es weniger rund läuft, in denen euer Kind auf Probleme stößt, Aufgaben nicht lösen kann oder sich extrem schwer mit ihnen tut. Dann heißt es: Lernen, mit gelegentlichem Versagen umzugehen. Dass auch Fehler lehrreich sein können, wissen wir eigentlich alle. Doch gibt es eben auch die Tendenz, in solchen Momenten aufzugeben und nicht weiter zu machen, um es sich und anderen zu beweisen. Eure Kinder werden in ihrem ersten Schuljahr sicherlich in die ein oder andere derartige Situation geraten und es wird dann an euch sein, ihnen zu erklären, dass Fehler nichts Schlimmes, sondern einfach nur ein Teil des Lernens sind.

Hausaufgaben
Bei den Hausaufgaben unterstützen, aber die Aufgaben nicht abnehmen.

Sprecht Mut zu und bringt Verständnis auf anstatt zu maßregeln oder Angst zu machen. Auch bringt es überhaupt nichts, in solchen Momenten besserwisserisch aufzutreten, so verlockend das auch sein mag. Ebenfalls ist davon abzuraten, dass ihr euren Kindern zu sehr praktisch unter die Arme greift. Wenn es nicht gelingt, die Hausaufgaben alleine zu meistern, dann könnt ihr mit helfenden Fragen und euer Anwesenheit zur Seite stehen, doch solltet ihr euren Kindern das Zählen und Schreiben nicht einfach abnehmen. Tipps rund ums Thema Haus- aufgaben sind hier schön zusammengefasst.

Dass es in solchen Situationen oft mit Worten nicht getan ist, werdet ihr schnell merken. Es ist in solchen Fällen daher auch sehr wichtig, Situationen zu schaffen, in denen eure Kinder brillieren können. Dabei könnt ihr ruhig kreativ sein: Ganz egal, ob ihr singt, ein Brettspiel spielt, Tiere im Zoo benennt – richtet euch einfach nach den Talenten eurer Kinder.

 Gelungen sozial

 Dass für einen erfolgreichen Start in die schulische Karriere natürlich auch das Umfeld jenseits der Familie von Bedeutung ist, sollte sich von selbst verstehen. Für Erstklässler ist es daher auch oft genauso wichtig, sozial Anschluss zu finden wie es von Bedeutung ist, das Alphabet zu lernen. Ihr solltet eure Kinder natürlich in ihren sozialen Bestrebungen unterstützen, dafür sorgen, dass gemeinsame Aktivitäten mit Klassenkameraden auch außerhalb der Schule stattfinden können, eure Kinder darin ermutigen, Freundschaften zu schließen und ihnen ein Verständnis von Freundschaft vermitteln. Zugleich aber solltet ihr euren eigen Einsatz in dem Feld nicht unterschätzen.

Es ist wichtig, dass ihr einen guten Umgang nicht nur mit den Freunden und Klassenkameraden eurer Kinder findet, sondern auch mit deren Eltern. Geht also auf jeden Fall zu den Elternabenden, bringt euch in der Klassengemeinschaft ein, wo es nur geht und unterschätzt vor allem die Klassenleitung als Ansprechpartner nicht. Sie wird euch besser als jeder andere Einschätzungen zu eurem Kind geben können, wird schnell feststellen, wo Förderbedarf ist und wo nicht, einen offenen Draht zu den Lehrern eurer Kinder zu halten, ist also vor allem im ersten Schuljahr von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

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