Interview mit Barbara Nash von breidabei.de

gruenderinnen_breidabeiKinder und Essen, dieses Thema ist ein Dauerbrenner. Gesund schmeckt nicht, das Apfelstück wird zum Wurfgeschoss und die Banane klebt für immer am Fußsack des Kinderwagens. Die gute alte Brezel macht zwar nicht so viel Sauerei und wird in der Regel auch gegessen, ist aber auf Dauer vielleicht doch ein bisschen einseitig. Die Schwestern Barbara Nash und Nela Schwanhäußer, beide selbst Mütter, kennen das Problem zu Genüge und haben deshalb eine geniale Lösung entwickelt: breidabei. Was das genau ist, hat uns Barbara in unserer Reihe „Nachgefragt!“ im Interview erzählt.

Viv: Hallo Barbara, was ist breidabei?

Barbara: Hallo Viv. breidabei ist ein wiederverwendbarer Quetschie. Er sieht so aus wie die Wegwerf-Quetschbeutel, kann aber unten geöffnet werden. Das bedeutet, man kann ihn selbst befüllen, reinigen und wieder verwenden.

Viv: Was hat euch auf die Idee gebracht?

Barbara: Unsere Kinder wollten irgendwann nicht mehr so gerne Obst essen, standen aber total auf Quetschies. Leider sind Wegwerf-Quetschies sehr teuer, und wenn das Kind schon im Laden zwei der kleinen Teile wegsaugt, dann macht man sich eben Gedanken. Der ganze Müll… Das viele Geld…

Nachdem das auswaschen und per Spritze wieder auffüllen auf Dauer sehr anstrengend war, wir aber auf den praktischen Obst-Snack nicht verzichten wollten, kam uns die Idee mit breidabei.

Viv: Ihr seid ja keine Produktentwickler oder Industriedesigner, wie geht man dann an so eine Idee heran? An wen wendet man sich da?

Barbara: Oh, das hat über ein Jahr gedauert. Zuerst musste ein Name her, ein befreundeter Werbetexter hat da geholfen. Unsere Grafikerin hat sich dann in das Thema Quetschies und Kleinkinder reingearbeitet und mehrere Vorschläge zu Logo und Design gemacht. Gleichzeitig haben wir sämtliche Hersteller von Plastiktüten kontaktiert, und schließlich eine Hamburger Firma gefunden, die für uns die Beutel herstellen lässt. Und nachdem wir ja beruflich keinerlei Erfahrung hatten, was das Thema Rechtssicherheit, Produktqualität, Online-Shops, etc. angeht, haben wir uns eben beraten lassen, man fragt Freunde, die kennen dann wieder jemanden, der jemanden kennt…

Die IHK (Industrie- und Handelskammer) war auch bei vielen Dingen hilfreich, wir haben dort ein sogenanntes Vorgründungscoaching „gewonnen“ und uns in vielen Seminaren weitergebildet.

breidabei1

Viv: Wie war die erste Resonanz auf euer Vorhaben? Kopfschütteln oder Begeisterung?

Barbara: Eigentlich waren alle von Anfang an begeistert, vor allem Mütter von Kindern im breidabei-Alter (also 1-Schule). Deswegen sind wir auch in der langen Anlaufphase immer sehr motiviert gewesen. Wichtig ist natürlich auch der Rückhalt der Familie, auf die konnten wir uns immer verlassen. Kopfschütteln gab es eher selten, und wenn dann konnten wir mit unserer Begeisterung und guten Argumenten auch den noch so schüttelnden Kopf zum Mit-Nicken bringen.

Viv: Was waren die größten Probleme auf dem Weg zum perfekten, wiederbefüllbaren Quetschbeutel?

Barbara: Eigentlich war das schwierigste die Suche nach dem Hersteller. Mehrere Firmen haben uns verschiedene Vorschläge gemacht, aber da hat immer irgendwas nicht gestimmt, entweder das Material war nicht für die Spülmaschine geeignet, der Verschluss war undicht, ein Hersteller konnte die Beutel nur mit dem Zipp-Verschluss oben herstellen, der andere konnte uns keinen erstickungssicheren Deckel liefern, aber jetzt sind wir sehr zufrieden mit dem Produkt und bekommen auch von unseren Kunden nur gute Rückmeldungen.

breidabei_vorne

Viv: Eines eurer Argumente für breidabei ist der Umweltschutz. Gibt es noch weitere Vorteile als die Reduzierung von Müll?

Barbara: Natürlich spielen neben der Umweltbelastung auch die Kosten eine große Rolle. Zwar kostet breidabei mehr als die Wegwerf-Quetschies, aber dadurch, dass man ihn so oft verwenden kann spart man doch eine Menge Geld. Außerdem kann mit breidabei jeder selbst entscheiden was in den Brei kommt und die Produkte können den Kindern ganz frisch und garantiert ohne Konservierungsstoffe serviert werden.

Viv: Es gibt breidabei es erst seit kurzem. Rechnet sich die Idee schon?

Barbara: Breidabei gibt es erst seit Dezember 2014. Momentan sitzen wir noch auf den ganzen Kosten für Patentanwalt, Markenanmeldung, Web-Agentur, aber wir hoffen, schon 2015 schwarze Zahlen schreiben zu können.

 Viv: Ihr nennt auf eurer Website auch Rezepte zum Befüllen von breidabei. Habt ihr die selbst entwickelt oder hat euch ein Ernährungswissenschaftler beraten?

Barbara: Die Rezepte sind ein Ergebnis aus Recherche in diversen Kochforen, Kochbüchern, Befragungen bei befreundeten Köchen und natürlich Geschmackstests in unserem Umfeld. Die beliebtesten und einfachsten Rezepte haben es dann auf unsere Seite und unsere Rezeptkarten, die mit den Beuteln geliefert werden geschafft. Wir entwickeln aber laufend neue Rezepte die dann zukünftig über unsere Homepage und über Facebook vorgestellt werden.

Viv: Gibt es eine Lieblingsfüllung, die sich unter den breidabei-Nutzern abzeichnet?

Barbara: Die „Schnelle Banane“ ist bei vielen sehr beliebt. Einfach, schnell und lecker! Aber eine wirkliche Lieblingsfüllung konnten wir noch nicht ausmachen. Ich denke die meisten Eltern beginnen mit den Rezepten und experimentieren dann ein wenig um eigene Füllungen zu kreieren, je nach dem Geschmack ihrer Kinder. Eigentlich schmeckt fast jede Kombination aus gesunden und frischen Zutaten. Und wenn man selbst nicht kochen will, geht natürlich auch Joghurt oder gekauftes Obstmus.

breidabei_befu¦êllen

Viv: Bleibt breidabei euer einziges unternehmerisches Projekt oder bastelt ihr schon an neuen Ideen?

Barbara: Momentan sind wir ziemlich beschäftigt mit breidabei. Weitere Designs sind schon in Planung und wir tüfteln auch noch an ein paar Zusatzprodukten. Wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen, kommt im Juni oder Juli ein schönes Sommerprodukt dazu. Stay tuned!

Viv: Ich bleib auf jeden Fall am Ball! Mir gefällt euer Produkt ausgesprochen gut und wünsch euch viel Erfolg damit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.