Wo die wilden Kerle wohnen von Maurice Sendak

Wilde_KerleDieses Buch hat zu recht den Titel „Kinderklassiker“, denn während Erwachsene anfänglich ein Problem mit den gruseligen Illustrationen hatte, liebten Kinder jeden Alters die wilden Kerle mit ihren Monstergesichtern. Und das tun sie bis heute. Verantwortlich für dieses wunderbare und ganz eigene Kinderbuch ist der US-amerikanische Illustrator und Autor Maurice Sendak. Und der stellte klar: Die wilden Kerle „sind nicht angelegt, es jedem recht zu machen – nur Kindern.“

 Darum geht es in dem Werk, das seit 1963 in den Regalen zahlloser Kinderzimmer zu finden ist: Der kleine Max macht zuhause in seinem Wolfskostüm Unsinn, was seine Mutter ziemlich nervt. Sie schimpft ihn einen „wilden Kerl“ und schickt ihn ohne Abendessen zu Bett. Dort wächst nachts ein großer Wald mit einem angrenzenden Ozean. Über den segelt Max in einem Boot „wochenlang und fast ein ganzes Jahr“ zu einer Insel, wo wilde Kerle wohnen. Sie sind sehr groß und sehen furchteinflößend aus, aber Max hat keine Angst. Gemeinsam mit den Monstern tobt er herum und macht nach Herzenslust Lärm. Die wilden Kerle lieben ihn dafür und machen Max zu ihrem König. Doch langsam bekommt Max Heimweh und genug getobt hat er nun auch. Nach all dem Unfug schickt er die wilden Kerle „ohne Essen ins Bett“ und segelt zurück nach Hause, wo ihn „jemand am allerliebsten hat“. Dort angekommen steht sein Essen auf dem Tisch – und es ist noch warm.

Seit Jahrzehnten finden sich Kinder und Eltern gleichermaßen in der Geschichte des wütenden und furchtlosen Jungen Max wieder. Nachdem er sich ob der Ungerechtigkeiten in der Welt der Kinder abreagiert hat, folgt er seinem Herzen und der Sehnsucht nach seinem doch eigentlich sehr liebvollen Zuhause. Ein glückliches und warmherziges Ende.

Der Versuch, diesen Kinderklassiker zu verfilmen, gestaltete sich übrigens als extrem schwierige Angelegenheit. Nach diversen Anläufen kam die Geschichte zwar im Jahr 2009 in die Kinos und spielte auch einen beachtlichen Erfolg ein. Aber an das Original kam der Film nicht ran. Und bedenkt man, dass das Buch nur 333 Wörter hat, der Film aber normale Spielfilmlänge, kann man sich auch gut vorstellen, warum.

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