Max & Moritz von Wilhelm Busch

Max-moritzDieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich, wer kennt das geflügelte Wort nicht? Max und Moritz, die beiden Lausbuben, 1865 erdacht und gezeichnet von Wilhelm Busch, sind praktisch in jedem Kinderzimmer zu Hause. Das kleine Büchlein, das auch gerne als Vorläufer der heutigen Comics gesehen wird, ist eines der meistverkauften Kinderbücher weltweit und wurde in knapp 300 Sprachen übersetzt. Und bis heute hat die Bubengeschichte in sieben Streichen nichts von ihrer Faszination verloren.

Vermutlich liegt es auch an der gewissen Brutalität und Bosheit, weshalb die Geschichte von Max und Moritz Leser und Zuhörer so in ihren Bann zieht. Fünfmal erleiden die Opfer der beiden Lausbuben mehr oder minder schweren Schaden. Die Witwe Bolte verliert ihre Federvieh und verdrischt dafür auch noch fälschlicherweise den armen Hund, dem Lehrer Lämpel explodiert die Pfeife im Gesicht und Onkel Fritz dreht fast durch wegen einer Maikäferinvasion. Am Ende geht es dann auch noch schlecht aus für Max und Moritz. Wen überkommt nicht ein wohliges Gruseln, wenn die beiden Jungs in der Mühle landen und mit Geknacke zu Entenfutter geschrotet werden?

Pädagogisch erscheint das Werk vielleicht etwas fragwürdig und zeitweise wurde in manchen Regionen sogar der Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Busch selber soll gesagt haben, Max und Moritz sei kein Kinderbuch und man müsse Kinder nicht mit Karikaturen großziehen. Als das sah Busch nämlich sein Werk, als Karikatur und Antwort auf den zu seiner Zeit üblichen Familienroman, in dem nur unschuldige, reine und fröhliche Kinder vorkamen. Doch nicht nur die Kinder bei Busch sind böse und aggressiv, auch die Erwachsenen sind alles andere als wohlgeraten. Es zeigt sich ein rundum pessimistisches Menschenbild, das auch für andere Werke des Autors typisch war.

Aiaiai, die beiden Lausbuben...
Aiaiai, die beiden Lausbuben…

Wie auch immer die Meinung über den sittlichen Nährwert von Max und Moritz ausfallen mag, ganz augenscheinlich ist die Bubengeschichte auch für Künstler noch immer enorm inspirierend. Es gibt diverse Filme, noch mehr Musikkompositionen sowie Zeichentrickadaptionen. Zuletzt wurden Max und Moritz 2005 in einem Kinofilm in die Jetztzeit versetzt.

Und mal ehrlich, einer Kindheit ohne Max und Moritz als abschreckende und dennoch auch irgendwie coole Vorbilder fehlt was. Deshalb ist dieses Büchlein nach wie vor ein wunderbares Geschenk für den kleinen Neffen, die Nichte oder einfach so, z.B. in der hübschen Jubiläumsausgabe.

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