Legende auf vier Rädern – das Bobby-Car

Es wäre interessant, mal eine Umfrage zu machen: Gibt es Kinder, die noch nie auf einem Bobby-Car gefahren sind? Wenn es sie gibt, dann können es nur sehr wenige sein. Das kleine rote Rutschauto ist derart omnipräsent in Kitas, auf Spielplätzen oder im Wohnungsflur, dass es aus dem Leben eines Knirpses eigentlich kaum wegzudenken ist. Und nicht nur die Kleinen haben mit dem Bobby-Car ihren Spaß. Manch Erwachsener mutiert bei dessen Anblick selbst wieder zum Kind.

Bobby

Seit dem Jahr 1972 wird das etwa 60 cm lange, rote Plastikauto erst in Fürth und später in Burghaslach hergestellt. Wie eine Art Sitzschale auf vier Rädern soll es kleinen Kindern das Laufenlernen leichter machen. Insbesondere das funktionsfähige Lenkrad macht den Mini-Rennfahrer dabei großen Spaß, haben sie doch die volle Kontrolle über ihr Gefährt. Weil das gerne auf Kosten der teuren Möbel in der Wohnung geht oder auch mal im Graben endet, gibt es inzwischen sinnvolles Zubehör wie eine Schubstange oder eine Zugseil.

Mit über 17 Millionen Bobby-Cars ist der rote Flitzer das bestverkaufte Rutschauto  weltweit. Und natürlich blieb es nicht bei dem ersten Original-Modell. Es folgten neue Farben, Polizeiautos, Feuerwehrautos, pinke Mädchenmodelle, Quads oder rasante Rennversionen. Anhänger, Flüsterreifen oder Schuhschoner komplettieren die Ausstattung. Und auch namhafte Autohersteller wie Mercedes und Porsche kooperierten für schmucke Sondereditionen.

Alle-Bobby-Cars
Ob Mini-Porsche oder rasantes Quad – die Bobby-Car-Auswahl ist heute riesig…

Weil die kleinen Plastikautos so ungemein stabil sind, dass sie auch Erwachsene tragen, war es nur eine Frage der Zeit, bis ambitionierte Papas Wettrennen organisierten – mit ihnen selbst als Fahrern, wohlgemerkt. Dazu werden Lenkung und Achsen stabilisiert und für die echten Profis die Karosserie mit Beton ausgegossen. Solche Downhill-Bobby-Cars erreichen auf einer leicht abschüssigen Straße bis zu 100 Stundenkilometer und erfreuen sich bei Meisterschaften bis heute sehr großer Beliebtheit. Auf derartigen Events dürfen auch die jüngeren Rennfahrer ihr Können unter Beweis stellen. Bei manchen Meisterschaften von Bobby-Car-Clubs und –Vereinen stehen schon die Dreijährigen am Start, mit dickem Sturzhelm und Knieschonern ausgestattet.

Polizei-Car

Solltet ihr tatsächlich Kinder aber kein Bobby-Car in der Nähe haben, ist ein Kauf wirklich lohnenswert. Es macht Spaß, hält über zig Generationen und ließe sich daher auch leicht wieder verkaufen, wenn es nicht mehr gebraucht wird. Der rote Klassiker ist meines Erachtens am schönsten, aber sehr cool ist natürlich das Polizeiauto mit richtigem Blaulicht.  Rasant ist auch die schwarze Sonderedition Fulda mit breiten Flüsterreifen. Gute Fahrt!

 

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