Comic-Klassiker: Calvin und Hobbes

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Comics gehören zu den erklärten Favoriten von Kindern, weil sie leicht zu lesen und schön bunt sind. Die Geschichten von Calvin und Hobbes rangieren ganz oben auf der Beliebtheitsskala und zwar bei Kids und Eltern gleichermaßen. Zu Recht, sind sie doch nicht nur brüllend komisch, sondern auch sehr klug. Die Wenigen, die Calvin und Hobbes noch nicht kennen, sollten hier unbedingt weiterlesen, um diese unverzeihliche Lücke zu schließen. Und die Fans unter euch finden sicher die eine oder andere Information, die ihnen noch neu ist.

Ein Junge und sein Stofftiger

Calvin ist ein sechsjähriger Junge, der mit seinen Eltern in dem Vorort einer US-amerikanischen Stadt lebt. Er ist ungewöhnlich phantasievoll und treibt seine Umwelt mit aberwitzigen Ideen in den Wahnsinn, z.B. wenn er im Vorgarten Schneemänner baut, die sich gegenseitig enthaupten oder mit Transparenten gegen des Zimmeraufräumen protestieren. Seine verhasste Lehrerin Frau Wurmholz bekämpft er meist als imaginärer Raumfahrer Spiff, wenn er sich nicht gerade als Superheld gegen mutierte Killermonsterschneemänner oder seinen ärgsten Feind, dem Schulschläger Moe, zur Wehr setzen muss.

„Ich finde, wer am Ende des Tages keine grünen Knie hat, sollte sein Leben ernsthaft überdenken.“ (Calvin)

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Sein bester Freund und ständiger Gefährte ist der Stofftiger Hobbes. In Calvins Phantasie ist Hobbes lebendig und muss als Partner beim regelfreien Calvinball herhalten, ihn vor Angriffen des Mathebuchs beschützen oder den selbsterfundenen Duplikator ausprobieren. Die Rollen sind klar verteilt. Calvin ist der Ungestüme, während Hobbes meist versucht, ihn zurückzuhalten um größere Katastrophen zu verhindern.

„Das Problem mit der Zukunft ist, dass sie zur Gegenwart wird.“ (Hobbes)

Der Clou der Geschichte

Das Besondere an den Figuren Calvin und Hobbes ist nicht nur ihre blühende, manchmal abstruse Vorstellungskraft. Es ist die Kombination aus der kindlichen Sicht auf die Erwachsenenwelt und den „philosophischen“ Kommentaren dazu. Calvin macht zwar mehr Unsinn, als zehn Gleichaltrige zusammen, doch seine analytischen Betrachtungen der Umwelt und seine Ausdrucksweise entsprechen eher denen eines sprachgewandten Erwachsenen.

„Ich gebe mir Mühe, jedermanns Tag ein wenig surrealistischer zu gestalten.“ (Calvin)

Seine oft zynische Art und sein rabenschwarzer Humor stehen in krassem Gegensatz zu seiner kindlichen Erscheinung und machen einen großen Reiz der Geschichte aus. Hobbes als der Reifere von den Beiden ist dabei der nötige Gegenpart, mit dem sich wunderbar über den tieferen Sinn von Alltäglichkeiten diskutieren lässt, gerne während einer halsbrecherischen Schlittenfahrt.

Sowohl Eltern als auch Kinder finden sich in vielen Situationen wieder, die im wahren Leben nerven – wenn z.B. regelmäßig das Essen verschmäht wird, oder das Kinderzimmer im Chaos versinkt . Hier sind sie so lustig, dass man laut lachen muss.

„Ich habe Mami gefragt, ob ich ein begabtes Kind bin … Sie meinte, dass sie für mich nichts ausgegeben hätten.“ (Calvin)

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Genialer Geist

Erschaffer der beiden Kultfiguren ist der US-Amerikaner Bill Watterson. Nach fünf schwierigen Jahren als erfolgloser Comiczeichner gelang Watterson mit der Idee zu Calvin und Hobbes der Durchbruch. Der erste Strip erschien am 18. November 1985. Wenige Zeit später druckten weltweit mehr als 2.400 Zeitungen täglich seine kurzen Comicgeschichten, die meist aus drei bis vier Bildern bestanden.

Keine Calvin-Tassen!

Der unglaubliche Erfolg führte auch zu Reibereien. Das Syndication Network, das Wattersons Arbeit vertrieb, wollte den Profit durch Merchandising-Artikel wie T-Shirts und Tassen erhöhen, doch Watterson war strikt dagegen. Calvin sei kein Bewohner einer Kaffeetasse, sondern eine Comicfigur. Um sich gegen das Network durchzusetzen, trat Watterson sogar in den Streik. Auch ein Filmangebot von Steven Spielberg lehnte der Zeichner ab. Nur der Herausgabe gesammelter Calvin und Hobbes-Strips als Bücher stimmte er zu.

In der Bibliothek seines Heimatortes in Ohio schmuggelte Watterson ab und zu von ihm signierte Ausgaben unter die Calvin und Hobbes-Bücher. Als er mitbekam, dass diese später für viel Geld versteigert wurden, hörte er sofort damit auf. Seine eindeutige Haltung zu übermäßigem Konsum zeigt sich auch in seinem Werk, wo aus einem simplen Karton Zeitreisemaschinen oder Duplikatoren entstehen können.

Ende und Erbe

Nach zehn Jahren, am 31. Dezember 1995 erschien der letzte Comic Strip mit Calvin und Hobbes. In einem lapidaren Abschiedsbrief erklärte Watterson, „seine Interessen haben sich geändert“. Zudem beklagte er die zunehmend profitorientierten Arbeitsbedingungen. Der ohnehin öffentlichkeitsscheue Watterson zog sich komplett ins Privatleben zurück. Er hinterließ ein riesiges Werk: 3.150 Strips voller Weisheit, Humor und Spaß. Die Bücher wurden zu Klassikern und verkauften sich bislang weit über 45 Millionen mal.

In seinem letzten Strip stehen Calvin und Hobbes im frisch gefallenen Schnee.

„Es ist, als hätte man ein großes, weißes Blatt Papier“, sagt Hobbes. Dann setzen sie sich auf ihren legendären Schlitten. „Let’s go exploring!“, ruft Calvin und sie rasen los.

Weitere Infos und „Calvin und Hobbes“-Strips

Noch viel mehr über das kongeniale Duo und deren Schöpfer könnt ihr hier erfahren:

Die alle Strips gibt es seit Oktober 2013 auf 1400 Seiten:

 

Alle Bilder/Wallpaper via calvin-und-hobbes.com

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