„Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll

Alice_WunderlandAm 4. Juli 1862 unternahm der 30-jährige Mathematikprofessor Lewis Carroll mit einem Kollegen und den drei Töchtern seines Vorgesetzten, darunter die 10-jährige Alice Liddell, eine Bootsfahrt auf der Themse – und um die Mädchen zu unterhalten, erfand er eine Geschichte extra für die drei Mädchen. Die kleine Alice wünschte sich damals, dass Carroll seine Geschichte für sie aufschreibe – das ist der Ursprung des Kinderbuchklassikers „Alice im Wunderland“, der heute weltberühmt ist.

In England kennt Lewis Carrolls Geschichte der kleinen Alice, die im Traum ein weißes, sprechendes Kaninchen sieht, jeder. Alice fällt einen tiefen Schacht hinunter, landet in einem Raum mit vielen Türen, hinter denen es vor absonderlichen Figuren und Absurditäten nur so strotzt: Alice trifft (unter anderem) eine sprechende Maus, einen Dodo, den Märzhasen, einen verrückten Hutmacher, eine Herzkönigin, mit der Alice Croquet spielt (mit einem Flamingo als Schläger und einem Igel als Ball) und einen Herzkönig, der die plötzlich von der Herzkönigin zum Tode verurteilte Alice wieder begnadigt. Klingt absurd? Genau das ist es aber, was an dem Buch begeistert: die überraschende und einfallsreiche Fantasie, die Alice im Wunderland ausmacht.

Alice im Wunderland ist heute einer der ältesten Kinderbuchklassiker und begeistert seit mehr als 150 Jahren Kinder und Eltern. Manchmal wirkt es ein bisschen altmodisch, hat aber von daher auch seinen Charme. Besonders raffiniert sind die englischen Sprachwitze, die Alice-Erfinder Lewis Carroll in dem Buch versteckte und die alle der über 30 Übersetzer von Alice im Wunderland vor große Probleme stellte. Eine empfehlenswerte Übersetzung ist die von Antonie Zimmermann im Fischer-Verlag, die die Sprache Carrolls behutsam modernisiert und dennoch viel vom Witz des Originals beibehält. Etwa 10 Jahre alt wie die richtige Alice von der Bootsfahrt sollten Kinder für Alice im Wunderland allerdings schon sein. Etwas enttäuschend kann es für Kinder allerdings sein, wenn zuvor schon der 3D-Film von 2010 mit Johnny Depp angeschaut wurde: Der ist nämlich eher eine freie Adaption des Buches und erzählt eine ziemliche andere Geschichte. Also lieber zuerst das Buch lesen – und wer dann noch nicht genug hat, für den gibt es mit Alice hinter den Spiegeln gleich den zweiten Teil dazu.

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