550

Geld

550! Unsere Zahl des Tages in unserer Rubrik 1-2-3 Kids könnte für einen Paragrafen im BGB zum Mietrecht oder aber für den legendären Porsche 550 stehen, meint aber hier einen Eurobetrag. Und zwar genau jenen Eurobetrag, den sparsam-stolze Eltern ihren Kindern gerne gelegentlich vorrechnen, wenn es darum geht, dass sie auf ihren Porsche 550 und die Einnahmen aus einer Mietwohnung verzichten mussten. 550 Euro benennt nämlich jenen Betrag, den Kinder nach Ermittlungen des Statistischen Bundesamts im Durchschnitt monatlich kosten.

Wer da das addieren beginnt, kommt schnell auf horrende Summen und wer das gegenrechnen beginnt, eben auch schnell auf den Anschaffungspreis für kleine, aber feine Mietwohnungen in bester Großstadtlage oder gar Oldtimer-Ikonen. In nur 18 Jahren beläuft sich der Rundwert von 550 Euro nämlich bereits auf knapp 120.000 Euro, wer seinen Kindern anschließend noch Reisen, eine Ausbildung, weitere Zuschüsse oder gar ein Studium bezahlt, kann unter Umständen noch einmal so viel hinlegen. Aber lassen wir diesen zweiten Teil der Rechnung mal außen vor und bleiben bei der Zeit bis zum 18. Geburtstag. Das ZDF hat sich kürzlich ans Werk gemacht und die Kosten auf der Basis der Angaben der Bundesbehörde mühselig auseinandergerechnet (Die ganze Reportage haben wir unten für euch eingebunden). So krumm die Werte auch sind, handelt es sich dabei noch immer um Schätzungen:

Posten Kosten (in Euro)
Wohnen (anteilige Wohnungs-, Miet- oder Eigenheimkosten und Nebenkosten) 32.654,88
Ernährung 25.605,36
Freizeit (Hobbys, Sport etc.) 15.627,42
Kleidung (und Windeln) 9191,80
Spielzeug (und Geschenke) 8156,34
Möbel 6489,96
Elektronik 6473,04
Bildung 3525,00
Fahrzeuge/ Transport 3415,38
Kinderbetreuung 3368,59
Taschengeld 2496,00

 

Nachgedacht: Die Kostenpunkte

Ihr seht, das sind teil schlichtweg horrende Summen, mit denen Eltern kaum rechnen, wenn sie sich an die Kinder- und Finanzplanung setzen. Gerade Kostenpunkt Nummer 1 – das Wohnen – wird dabei gerne bei jenen Familien unterschätzt, die ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung besitzen und nicht extra für ihr Kind in eine Mietwohnung mit einem weiteren Zimmer ziehen. Und zugegeben, auch wir waren von dieser horrenden Summe etwas überrascht. Gut 32.000 Euro kostet es nämlich durchschnittlich innerhalb von 18 Jahren, ein Kind bei sich wohnen zu haben.

Was uns an diesen Zahlen ein wenig erstaunt hat, ist zudem der etwa gleich hohe Betrag für Kinderbetreuung und Bildung. Klar, Kids brauchen gerade in den ersten Lebensjahren viel Betreuung und da können entsprechende Kitas, Tagesmütter oder diverse Babysitter etwa ganz schön tief ins Portemonnaie greifen. Und eigentlich ist die Zahl noch ziemlich tief gegriffen, denn was nicht eingerechnet ist, sind diverse Einkommensverluste oder –verzichte der Eltern, die zwar in den letzten Jahren zumindest teilweise durch politische Instrumente wie das Elterngeld ein wenig aufgefangen werden, aber immer noch ganz erheblich sind. Die Bildung allerdings schlägt mit einem ganz ähnlichen Betrag zu Buche und ist damit – gerade im internationalen Vergleich – schlichtweg ein Schnäppchen, beinhaltet diese Summe doch potenzielle 12 oder 13 Jahre Schulbesuch. Möglich ist’s dadurch, dass der Staat pro Kind etwa 5500 Euro an Zuschüssen bereitstellt, was übrigens noch nicht einmal die Bezahlung von Lehrern und die Bereitstellung der Räumlichkeiten einrechnet.

Da wir uns natürlich gern und viel mit Mode beschäftigen, ist unser Auge auch sofort auf die Summe gefallen, die für Kleidung aufgebracht werden muss. 9191,80 Euro. Ein stolzer Batzen! Bereits zu Beginn sind die Kosten mit der Erstausstattung-  von diversen Babyschuhen über zahllose Strampler und Babybodies bis hin zu Bergen von Windeln (allein 1000! Euro entfallen tatsächlich nur auf  Windeln) relativ hoch. Würden alle Eltern Karla Knopf zur ersten Adresse zum Einkaufen machen, wäre der Betrag vermutlich ein wenig niedriger… 🙂

Kleidung

Eine andere Zahl in dem Zusammenhang, die euch interessieren könnte und vom ZDF errechnet wurde: 700. 700 Meter lang müsste die Wäscheleine sein, die alle Kleidungsstücke eines Kindes von der ersten Windel bis zum letzten Kapuzenpulli oder Kleid zum 18. Geburtstag fassen sollte.

Klar ist natürlich, dass die Kostenpunkte sich nicht nur im Laufe der Jahre verschieben, sondern dass es sich dabei nur um Durchschnittswerte handelt. Viele Eltern geben deutlich mehr, etliche auch bei Weitem weniger aus. Dennoch: Im Schnitt benennen diese Werte des Statistischen Bundesamts eine Realität, um die sich Eltern schlichtweg nicht drücken können. Aber: Dafür haben sie – dafür habt ihr – auch Kinder. Und die finanziell auf- und gegenzurechnen, ist vielleicht von Vornherein kein besonders löbliches Unterfangen, wenn auch zu einem gewissen Grad eine einfache Notwendigkeit.

Ihr möchtet mehr über die Kosten erfahren, die künftig auf euch zukommen? Hier die komplette ZDF-Reportage:

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