45.000

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Die Flüchtlingswelle, die uns erreicht hat war eines der prägendsten Themen des vergangenen Jahres. Und oft fallen in diesem Zusammenhang die Wörter „Willkommenskultur“ oder das legendäre „Wir schaffen das“. Besonders wichtig ist dabei eine gelungene Integration – vor allem der Kinder und Jugendlichen. Das bringt uns zu unserer heutigen Zahl: 45.000. So viele minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge wurden Ende 2015 in Deutschland vermutet, wahrscheinlich sind es aber mehr.

Diese Kinder sind nicht nur alleine, oft sind sie traumatisiert, haben Angst und brauchen besondere Zuwendung. Die zuständige Jugendhilfe sowie Lehrer an Schulen sind dem großen Ansturm nur bedingt gewachsen. Kommunen und Länder sind bemüht, die entsprechenden Einrichtungen, Träger und Personal so bald wie möglich bereit zu stellen. Einige Jugendämter haben z.B. ein Netzwerk von Gastfamilien aufgebaut, die bereit sind, kurzfristig junge Flüchtlinge bei sich aufzunehmen und bis zu drei Monate zu betreuen. Es gibt von Spenden getragene Institutionen, wie z.B. die Schlau-Schule in München, die sich speziell um die Ausbildung der betroffenen Kinder und Jugendlichen kümmern.

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Ohne dieses außerordentliche Engagement werden die jungen Flüchtlinge es hier sehr schwer haben. Und das wäre auch eine vertane Chance für uns alle. Auf einer Konferenz der Jugendämter im Herbst letzten Jahres waren sich alle Beteiligten einig, dass viele der hier ankommenden Jugendlichen hoch motiviert sind und nicht nur lernen, sondern sich auch in der Gesellschaft einbringen wollen. Beispiele von gelungener Integration gibt es immer wieder, sofern die Kids die Gelegenheit dazu bekommen. Wie etwa der 24-jährige Syrer Alkorsan, der selbst als Flüchtling herkam und nun ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Flüchtlingsheim macht, um zu helfen.

Stellt euch vor, euer Kind müsste sich als 14jähriger (oder noch jünger!) irgendwo alleine durchschlagen. Wie dankbar wären wir als Eltern, wenn wir wüssten, es kümmert sich jemand. Es muss nicht jeder einen Flüchtling bei sich aufnehmen. Gelebte Nachsicht und Toleranz helfen schon sehr viel und sind ein hohes Gut, das oftmals vergessen wird.

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